Hüttenbuch

17. August - Milena

Osteopathie

Lebensabschnitte So langsam aber sicher geht für mich einer zu Ende und ein Neuer beginnt.

Das Kapitel Schule, habe ich bereits vor einem Jahr abgehakt. Am einfachsten fällt das meist mit einer örtlichen Verschiebung. Für mich; 10 Monate Südamerika. Peru und Argentinien. Arbeiten und Leben in einer ganz anderen Welt. Sich neu orientieren und einfügen. Neue Menschen und ihre Geschichten kennenlerne. Freunde finden. 

Dann meine Zeit hier in der Jenatsch. Wieder ganz was anderes. Sich in das Team einarbeiten, täglich andere Gäste beglücken, neue Herausforderungen auf allen Ebenen. Und jetzt, wo ich so langsam den Dreh raushabe, geht es auch schon bald wieder weiter. 

Ab dem 3. September in Fribourg. Ich habe mich entschieden dort an der Fachhochschule für Gesundheit Osteopathie zu studieren. Nun, auch das ist wohl nicht ganz 0-8-15. Sehr oft fragen mich Leute: Kann man das denn richtig studieren?! Ja, seit 2017 gibt es in der Schweiz ein 5-jähriges Vollzeitstudium mit berufsbefähigendem Abschluss zur Osteopathin / zum Osteopathen. Was bei uns noch als exotisch gilt, ist andernorts schon längst Standard. Warum? Wohl wieder einmal die Macht der Gewohnheit, eine gewisse Angst und Unsicherheit gegenüber allem Neuen und Unbekannten. 

Nun, so ganz genau weiss ich ja selbst nicht worauf ich mich da einlasse. Wer weiss das schon vor Beginn einer Ausbildung. Aber schon den Ursprung der Osteopathie finde ich enorm spannend und interessant. Nachdem Andrew Taylor Still, trotz bester Behandlung nach damaligem Stand des medizinischen Wissens, innerhalb weniger Tage drei seiner Kinder verlor, war für ihn klar: Das kann doch noch nicht alles sein. Und genau daraus ist die Osteopathie entstanden. Still, selbst Arzt und Chirurg, beschäftigte sich zunächst noch intensiver mit der menschlichen Anatomie, studierte dann aber auch zu seiner Zeit bekannte alternative Behandlungsansätze und entwickelte daraus seine eigenen Diagnose- und Behandlungsmethoden und neue Anschauung des Menschen. Eine seiner wichtigsten Erkenntnisse ist zum Beispiel, dass der Mensch eine Einheit aus Körper und Geist ist, ein zusammenhängendes System, welches sobald irgendwo eine Störung vorliegt nicht mehr einwandfrei funktionieren kann, was wir dann als Krankheit wahrnehmen. Auch sagte er: Leben ist Bewegung und sobald diese in irgendeiner Form eingeschränkt führt dies zu einer Komplikation. Diese und viele weitere Ansätze Stills wurden und werden bis heute von Fachleuten weiterentwickelt. Es kahmen im Laufe der Zeit neue Teilbereiche der Osteopathie dazu und alte Techniken wurden verfeinert. 

Und genau das überzeugt mich an der Osteopathie, dass sie nicht eine abgeschlossene und klar abgrenzbare Methode ist, sondern ein sich auf Erfahrung aufbauender Katalog von Erkenntnissen. Wie auch immer freue ich mich auf das Lernen in einem für mich neuen und unbegrenzten Wissensbereich. 

Ganz liebe Grüsse aus der Jenatsch von Milena mit Karin, Milena, Fridli und Claudia.

 

Aktuelle Verhältnisse

17.08.2018 08:44 Uhr -

Blick aus dem Hüttenfenster:

 

Himmel: sonnig und schön

 

Temperatur: 5+°

 

Wind: wenig windig

 

Zustiege: alle sind sehr gut begehbar.

 

Hüttenbelegung

Die Hütte ist heute Abend mit 60 reservierten Plätzen gut belegt.

Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

081 833 29 29         info@jenatsch-huette.ch

775'350 / 155'675 .