Hüttenbuch

24. März - Fridolin

Müsli oder Müesli

Wir machen uns immer wieder ein Spielchen drau.

Es gibt ja im deutschen Sprachgebrauch unzählig verschiedene Mund- und Schriftarten. Derjenige, welcher uns sicher am meisten Lacher oder Diskussionen bringt, ist das Müesli (oder auch besser bekannt als Birchermüesli). Wollen die Deutschen am Morgen noch etwas Müesli, so kommen sie zur Durchreiche und möchten noch gerne Müsli. Und das ist ja der springende Punkt, war doch dieser Gast am Abend noch Vegetarierer und jetzt möchte er einen kleinen Vierbeiner, welcher bei uns im Naturkeller sein Unwesen treibt. Nun - das kann natürlich am Morgen früh noch zu Diskussionen führen, denn wer versteht morgens um 05:30 Uhr schon ein solches Spässchen. Oder sie kapieren es spätestens dann, wenn wir mit den Fingern die Laufbewegungen machen und nachfragen, "meinst du wirklich ein Müsli"? 

Das ist ja das Schöne und auch Spannende, wenn man sich etwas Zeit nimmt und hineinhört, welche Redewendung oder Ausdruck für Dieses oder Jenes in dieser oder jener Region des deutschsprachigen Raumes verwendet wird. Dabei merkt man unweigerlich, dass wir ja gar nicht soooo weit auseinander liegen, auch wenn das einige von uns immer noch nicht wahrhaben wollen. Jeder von uns ist, wie er ist, ob diesseits oder jenseits einer, nicht von uns gemachten, Grenze. Diese werden bei uns in mehrfacher Hinsicht immer wieder überschritten, sei dies am gemeinsamen Tisch, sei dies bei der Verabschiedung, welche heute für uns in mehrfacher Hinsicht nicht ganz einfach waren.

Sei dies, weil die Aroser wieder den Heimweg angetreten haben, sei dies, weil uns junge Leute beim Abschied plötzlich in die Arme nehmen und versprechen - "wir kommen euch im Sommer in der Hüfihütte sicher besuchen", oder weil eine DAV-Gruppe nach vier Tage auch wieder zurück nach München muss? Oder derjenige, welcher beim Eintreffen sagte - "ich nehm ein Bier". Wer so bei mir Auftritt, ist natürlich ein gefundenes "Fressen" für mich und endet sicher immer mit einem Lacher. Auch hier ergibt sich aus dem "ich nehm", eine herzhaftige Verabschiedung. 

Gestern Abend durften wir auch einen Berufskollegen bei uns mit zwei Gästen betreuen, welcher bei der ersten Staffel der "Hüttengeschichten" von SRF mit dabei war. So konnten wir uns doch noch, auch bei voll belegter Hütte, kurz austauschen. Macht immer wieder Freude, mitzubekommen, wie sich Andere organisieren.

So und nun hab ich, trotz der sehr frühen Tagwache von heute (04:15), die Zeitlimite etwas überzogen. Aber es ist ja heute auch Sonntag und so muss das Tagebuch ja nicht punktgenau auf den Znünikaffee bereit sein. Denn wir wissen aus Erfahrung, dass viele das Sonntagtagebuch erst am Abend lesen oder auch erst am Montagmorgen.

Also ihr Lieben, wir wünschen Euch einen schönen und erholsamen Sonntag.

Dr Fridli, d'Claudia, d'Nadja und d'Julia.

 

Aktuelle Verhältnisse

24.03.2019 08:52 Uhr -

Temperatur: -2°

 

Himmel: blau

 

Schnee: Pulver oben, verpresst darunter, alle Gäste kamen begeistert zurück

 

Gipfel: alle wurden gemacht; Abfahrt nach Alp Flix und andere auch.

 

Wind: wenig windig

 

Hüttenbelegung

Die Hütte ist bewartet. Es sind für heute Abend 48 Plätze reserviert. Wir haben heute also noch Platz für Übernachtungen.

Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

081 833 29 29         info@jenatsch-huette.ch

775'350 / 155'675 .