7. Oktober - Fridolin

Langer Tag

Gestern war für mich wieder einmal einer dieser Tage, welcher ganz früh begann und ebenso ganz spät endete.

Da ich mir vorgenommen hatte um gut 9 Uhr in Bivio zu sein, begann mein Tag bereits um fünf Uhr. Und so lief ich von der Hütte aus durchs Val Bever in den Morgen hinein. Da nun praktisch Leermond ist, habe ich mich entschlossen mit der Stirnlampe zu laufen. Leider meinte die erste Lampe, dass mein Weg bereits nach 10 Minuten fertig sei und gab den Geist auf. Da ich scheinbar eine Vorahnung hatte, habe ich die zweite Stirnlampe aus dem Rucksack hervorgekramt und konnte den Weg zügig bis zur Alp Suvretta hinter mich bringen. Die ersten Steinbockjäger fuhren auch schon bis zu hinterst ins Val Bever und so war es bereits mit der morgendlichen Ruhe vorbei. So nahm mich die sog. Zivilisation wieder in Beschlag, spätestens als ich über den Julierpass fuhr und mich der Geschwindigkeit der anderen Verkehrsteilnehmer anpassen sollte. Als ich bei "unserem" Parkplatz vorbei fuhr, bemerkte ich zwei Personen, welche hinter dem Auto standen und ihre Rücksäcke fertig packten. Ja - die kenne ich doch - so schön und so konnte ich Tamina und Georg bereits hier wenigstens noch kurz begrüssen.

Anschliessend bis zur VR-Sitzung noch einige Büroarbeiten mit Marco und Gregor erledigen und danach die dritte Sitzung in diesem Geschäftsjahr mit meinen Kollegen. So verflog der Morgen in windeseile und wir machten uns ins Hotel Post auf, um das gemeinsame Mittagessen einzunehmen. Obwohl wir wussten, dass bei der anschliessenden Generalversammlung einige Aktionäre unsere Anträge nicht so schlank durchwinken wollten, konnten wir das feine Essen geniessen und die Stimmung war total entspannt. Und so stiegen wir auch frohen Mutes und gut vorbereitet in die Versammlung. Es kamen die erwarteten Voten, welche ich, dank der getankten Ruhe, gut verkraften konnte und so dürfen wir diese Generalversammlung unter den Gelungenen abbuchen, ausser dass sie fast bis um 19 Uhr dauerte. Beim anschliessenden Apero noch hier ein Schwätzchen und da noch Eines, bevor es wieder über den Julierpass zurück ins Val Bever ging. Das Auto wieder an seinem vorgesehenen Platz abstellen, sich aus den "anständigen" Kleidern schälen und die Bergkleider überziehen, Rücksack packen und ab gings Richtung Hütte. Knapp 50 Minuten später stand ich davor. Also hatte ich 50 Minuten Zeit nochmals alle Erlebnisse dieses Tages richtig einzuordnen und einige Gedanken auf die Pendenzenliste setzen, andere in den runden Ordner und wieder andere unter "Erfahrung" abbuchen.
In der Hüttenküche angekommen, durfte ich feststellen, dass in der Stube noch viele Gäste in gute Gespräche vertieft waren und andere schon die wohlverdiente Ruhe genossen. Zwei der Gäste, Altbekannte aus meiner Arosazeit, hatten sich auch schon hingelegt und diese Zeit mussten wir jetzt heute Morgen nachholen. Darum die Verspätung beim Tagebuch schreiben, aber auch weil es noch Anmeldungen für heute Abend und weitere für diese Woche gab. Und so endete mein Tag mit einer Spielrunde mit Claudia und Karin am Küchentisch, denn Bärbi hatte am Morgen über die Fuorcla d'Agnel den Heimweg angetreten.

Einige Zahlen habe ich im Text oberhalb schon versteckt, aber diejenige, welche für Euch wichtig ist, noch nicht. Aber heute Abend wird es so weit sein. Es fehlen noch 5 Übernachtungsgäste und dann knacken wir, dank vielen von Euch, diese ominöse Grenze. Für uns immer noch unvorstellbar - aber ab heute Abend eine Tatsache. Und für Euch heisst dies, dass wir morgen Montag den Gewinner oder die Gewinnerin bekannt geben dürfen. Wir selbst sind auch sehr gespannt, wer diese Übernachtung im Heimeli gewinnt. Also - etwas Spannung bleibt uns noch erhalten. 

Heute kommt wieder ein Schnuppermitarbeiter für die Wintersaison und Karin wird ab morgen wieder ein paar Tage frei einziehen, bevor es dann für sie am Wochenende das letzte Mal heisst nochmals Vollgas geben.

Heute versuchen wir für uns auch etwas Sonntag zu haben, was uns schon ordentlich gelungen ist, haben wir doch draussen, zusammen mit Gästen, bereits einen Znünikaffee zu uns genommen und die Sonnenstrahlen genossen.

Wir grüssen Euch herzlich und wünschen Euch ebenso einen erfreulichen Sonn(en)Tag.

Fridli, Claudia und Karin.

 


Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

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