13. September - Fridolin

Rekorde

Dieses Jahr scheinen wir alle Rekorde zu brechen.

Als wir vor sieben Jahren die Jenatschhütte übernahmen, haben wir uns einen Businessplan für die nächsten fünft Jahre erarbeitet. Darin wurden ein paar wichtige Eckpunkte festgelegt. U.a. ist das Mass aller Dinge, zumindest werden die Hütten des SAC's daran gemessen, die Übernachtungszahlen. Für uns persönlich haben wir hier die 4'000er Marke als Ziel gesetzt. Nun - wie die TagebuchleserInnen wissen, haben wir diese Marke in den letzten zwei Jahren übertroffen. Für uns eine Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Für dieses Jahr werden nochmals andere Massstäbe gesetzt, nachdem wir Ende letzten Jahres in den Hüttengeschichten von SRF1 kamen und der Sommer/Herbst sich von der besten Seite zeigen. Nun - auch die im Hinterkopf herumgeschwirrte Zahl von 4'500 wurde bereits geknackt. Und jetzt - noch eine 5 vor den drei Nullen? Diese Zahlenspielerei wird nur durch eines bestimmt:  das Wetter; resp. deren Prognosen. Und - nicht zu vergessen - wie machen wir unseren Job. Können wir die geschürten Erwartungen der vielen Empfehlungen erfüllen? Viele unserer Gäste kommen auf Empfelung zu uns oder eben durch die Hüttengeschichten. Und genau da liegt unsere Chance. Wir haben es in der Hand, dass sie zu Wiederholern werden, oder zumindest, dass sie uns weiter empfehlen. 

Aber - und jetzt kommt auch ein grosses ABER, wo bleiben 'wir' bei dieser ganzen Zahlenpolzerei? Mich hat es diesen Sommer bereits zum zweiten Mal mit einer "Sommergrippe" erwischt, sprich mein Körper hat nicht mehr genügend Kraft, die heraufgebrachten Chäferli zu bändigen. Oder wir werden, durch die ständigen 7 Tagewochen und 2 Tagesschichten pro Tag, etwas gar dünnhäutig. Und wer bekommt es denn schlussendlich ab - sicher nicht der Gast. Also bleibt es meistens beim Nächsten hängen. Und genau da müssen wir uns fragen, sind wir nun bereits wieder in der alten Tretmühle drin? Wollten wir genau da nicht mehr mitmachen, beim immer noch mehr? Das wollten und wollen wir auch heute nicht, nur - wir freuen uns halt an jedem glücklichen und zufriedenen Gast. Und so lange das uns gelingt, treten wir persönlich ins zweite Glied zurück. Aber - auch wir sollten hin und wieder Kraft tanken können. Hier haben wir persönlich noch Potential, auch wenn wir schon im zehnten Jahr als Hüttengastgeber tätig sind. Ausgelernt haben wir da noch nicht...

Nun - heute ist genau der Tag, um sich solchen Gedanken hin zu geben, denn unser Glücksbringer ist da - der Kaminfeger. Er hat bei uns einige Feuerungsanlagen zu reinigen. Drei Kamine mit fünf Öfen. Letztes Jahr entdeckte er, dass unser Saunakamin einen schweren Schaden erlitten hatte und wir diesen zum grössten Teil ersetzen mussten. Wir haben jetzt von Lärchenholz auf Holzbrikett umgestellt und zusätzlich noch eine ständige Lüftung eingebaut. Diese Massnahmen scheinen sich gelohnt zu haben, ist doch Sandro jetzt mit dem Zustand des Kamins zufrieden.

So, nun hoffen auch wir, dass bei Euch auch ein persönlicher Glücksbringer vorbei kommt und grüssen ganz herzlich aus der Jenatschhütte.

Fridli, Claudia und Karin, welche seit gestern Mittag irgendwo im Engadin herumschwirrt.


Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

081 833 29 29         info@jenatsch-huette.ch

775'350 / 155'675 .