15. September - Karin

Wanderung über die Alp Flix

Jedes Mal, wenn ich vom Tal wieder zu meiner Arbeitsschicht antrete, probiere ich einen anderen Weg aus.

Am Mittwochmittag habe ich mich verabschiedet und bin Richtung Julierpass marschiert. Die Sonne zeigte sich von der besten Seite. Mein Auto wartete schon auf mich und so fuhr ich weiter Richtung Silvaplana. Dort begrüsste mich herzlich eine befreundete Familie. Mit ihnen verbrachte ich meine zwei freien Tage.

Wir beobachteten mit viel Begeisterung von der Wiese aus die Kitesurfer. So schnell ist man in einer anderen Welt. Am Abend genossen wir ein feines Fondue, damit wir am nächsten Tag gestärkt ins neue Hallenbad in St. Moritz spazieren konnten.

So verbrachte ich zwei wunderschöne Tage im Tal mit ganz tollen Gesprächen und viel Unterhaltung von den kleinen Kindern. 

Gestern verabschiedete ich mich bereits wieder und fuhr vom vernebelten Engadin in die Höhe zum Julierpass. Ich erblickte die ersten Sonnenstrahlen durch die verhangenen Wolken und wusste, das wird ein toller Wandertag.

Ich startete durch die herbstlichen Wiesen und sah die vielen Rinder, welche noch die letzten Halme abgrasen, bevor es zurück ins Tal geht. Beim ersten Wegweiser nahm ich dann den Weg Richtung Alp Flix. Ein Ort, den ich unbedingt mal sehen wollte, waren doch alle immer so begeistert von dieser Alp. Zweieinhalb Stunden marschierte ich zuerst über Stein, wo es aussah wie eine Mondlandschaft und nachher durch die Moorgegend bis hin zum kleinen Weiler Alp Flix. Herrlich der Duft und die Aussicht.

Auf dem Weg kreuzte ich noch Jenatsch- Gäste, welche bereits vor zehn Tagen schon bei uns zu Besuch waren. 

Angekommen im Berggasthaus genoss ich eine feine Apfel- Polentatorte und die herzlichen Gastgeber erklärten mir nochmals ausführlich die Tour über die Fuorcla da Flix zur Hütte. Vier bis fünf Stunden Wanderung standen noch vor mir. Am Bach entlang meisterte ich die ersten Höhenmeter. Immer steiniger und karger wurde der Weg und teilweise musste ich den Verlauf peinlichst suchen. Aber ohne Probleme kam ich an einen herzigen kleinen See, wo ich meine Füsse badete. Nur kurz habe ich die Zeit ein bisschen vergessen, zogen Nebel und dicke Wolken auf. Die Sicht wurde sehr eingeschränkt, der Weg geröllig und ich hatte zum Teil null Orientierung, wo und wie lange ich noch zur Fuorcla haben sollte. Zum Glück hatte ich Empfang und meine App Schweiz Mobile zeigte mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich glaube, ich hatte teilweise richtig Angst, aber das Adrenalin liess zum Glück diesem Gefühl keinen Platz. So stoss ich mich immer mehr vor in die Höhe, in der Hoffnung die Steinmännchen im Nebel immer wieder zu finden. Und auf einmal, für mich einen Glücksschrei wert, stand ich am Grat und sah den mir bekannten Agnelgletscher und dessen See.

Ich Glückskind, das hätte definitiv auch anders ausgehen können. Schnell marschierte ich weiter und spürte die müden Beine, welche mir bewusst machten, dass ich wirklich ziemlich an meine Grenzen gestossen bin.

Kurz vor der Hütte begann es dann zu regnen. Aber das haute mich wirklich nicht mehr aus dem Konzept. Schnell eine heisse Dusche und schon genoss ich am Teamtisch eine warme Suppe. Ein neues Gesicht sass an unserem Tisch. Brigitte, eine interessante Bäuerin, welche für den nächsten Sommer eine neue Herausforderung sucht. Schön, verbringt sie das Wochenende bei uns.

Richtig müde versank ich in einen tiefen Schlaf, um genügend neue Energie zu tanken für das tolle, bevorstehende Wochenende mit vielen Gästen und viel Herbstsonne. 

Ich hoffe, ihr könnt es auch geniessen. Sonnige Herbstgrüsse 

Karin mit Claudia, Fridli und Brigitte

 

 

 

 

 


Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

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