27. April - Martina

Rückblick

6 Wochen Hüttenhilfe auf der Jenatschhütte

Letzten Herbst war ich in der glücklichen (und einmaligen 😊) Lage und wusste, dass wir ab Januar einen Mitarbeiter zu viel auf den Stellenplan haben werden. Dies bedeutete für mich DIE Gelegenheit um für unbezahlten Urlaub anzufragen und meinen Traum auf einer Hütte für einige Wochen mitzuhelfen wahr werden zu lassen. Nachdem mir meine liebe Stellvertreterin Nicole das ok gegeben hat, die Station und das Team in dieser Zeit alleine zu führen, fragte ich bei Claudia und Fridli für März/April an. Ich war überglücklich über ihre Zusage und gleichzeitig stieg auch ein etwas mulmiges Gefühl in mir hoch.
Hoffentlich bin ich den Arbeiten gewachsen, wie wird es sein über so lange Zeit so eng zusammen zu sein? Schaffe ich es von morgens früh bis am Abend spät auf den Beinen zu sein und das viele Tage hintereinander? Wie komme ich nur ohne Haarfön aus? 😊 Und noch viele weitere Gedanken gingen mir durch den Kopf. Ich habe mich sehr darauf gefreut für einmal nicht gross Verantwortung übernehmen zu müssen, einfach schaffen, eine Aufgabe um die Nächste.
Ich habe mir die Jenatschhütte ausgesucht, da ich als Gast schon einige Male zu Besuch war und mir die Art und Weise, wie Claudia und Fridli die Hütte führen sehr gefallen und beeindruckt haben. Sie nehmen sich sehr viel Zeit für die Gäste, die frische Küche ist sensationell, die feinen Kuchen und einfach dieses Gefühl als Gast Willkommen zu sein spürte ich bisher in noch keiner anderen SAC Hütte so sehr wie auf der Jenatschhütte. Dass diese Wochen nicht ganz einfach werden, war mir schon klar, wusste ich doch auch, dass Fridli nicht immer ganz einfach ist und mit seiner Wortwahl sehr direkt ist 😊 und auch Claudia nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn mal was an den falschen Ort verräumt wird.

Die ersten zwei Wochen in der Einarbeitung und Eingewöhnung waren ganz schön hart. Vieles erschien mir extrem pingelig (z.B. ein Teigschaber, welcher «nur» 10cm zu weit nach links versorgt wurde oder einen Schreibstift welcher versehentlich mit dem Kopf nach oben versorgt wurde reichte, um uns ordentlich zu ermahnen). Das war wirklich nicht einfach auszuhalten und für mich wirkte vieles einfach zu übertrieben, zusammen mit der Müdigkeit nahm ich vieles auch noch viel empfindlicher auf. Aber ich merkte schnell, dass die Jenatschhütte nur so gut funktioniert, weil genau diese Ordnung und die strengen Abläufe herrschen. Und habe ich nicht die Hütte genau darum ausgewählt? Genau 😊 und von da an viel es für mich viel leichter. Genau wegen dieser genauen Struktur, Ordnung und ruhigen Abläufen haben wir Zeit für einen Schwatz mit den Gästen auch bei voller Hütte oder einen Apero im Team noch kurz vor dem Abendessen, oder unsere täglichen obligatorischen «Arschloch» Spielrunden im Team, wo es immer heiss zu und her geht 😊.

Die etwas mehr als 6 Wochen auf der Jenatschhütte bei Claudia und Fridli waren für mich eine grosse Bereicherung und ich möchte diese Zeit auf keinen Fall missen. Ich habe sehr viel gelernt wie z.B. zu kochen für sooo viele Gäste, übergrosse Linzertorten backen, Zöpfe und Brote backen,  die Getränke ohne Hektik auszugeben (ohne dass es danach in der Getränkeschublade ausschaut wie auf einer Kegelbahn bei voller Punktzahl 😊) bei voller Hütte nicht in der Küche hin und her düsen, Rösti machen, Karten beim Spielen professionell zu mischeln, Kuchen essen, selbstgemachte Gelatti geniessen auf über 2600m.ü.M. (Danke liebe Claudia, deine Glace sind sooo fein!!) und noch vieles vieles mehr. Ich kann nur jedem empfehlen, der mit dem Gedanken spielt, mal als Hüttenhilfe tätig zu sein, probiert es aus 😊. Es ist wirklich eine hervorragende Gelegenheit vom Alltag gedanklich abzuschalten und die Zeit ohne Email und Handy ist sehr entspannend. Dies ist nur eine kurze Zusammenfassung von den letzten Wochen, es gäbe noch viel mehr zu berichten, aber das würde das Tagebuch sprengen 😊. 

So nun grüssen wir Euch im Tal ganz herzlich aus der Jenatschhütte (heute etwas später, da wir auf heute keine Gäste hatten, durften wir alle etwas länger schlafen) dMartina, dClaudia (schon am Frühlingsputz in der Küche) und dr Fridli welchen ich gerade poltern höre im Obergeschoss mit seinen Holzschuhen 😊.


Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

081 833 29 29         info@jenatsch-huette.ch

775'350 / 155'675 .