12. Juli - Fridolin

Hilfsbereit

Gestern musste ich bekanntlich ins Tal.

Wir dürfen unser Auto auf der letzten Alp im Val Bever stehen lassen. Dadurch wird unser Arbeitsweg erheblich verkürzt. Also stieg ich gestern nach dem Morgenessen gemütlich von der Hütte Richtung Alp Val ab. Es gibt ja unterwegs auch viel Schönes zu sehen und unter Zeitdruck war ich auch noch nicht. Als ich dann bei der Alp Val auf Otto traf, ein Jäger aus Bever, nahm ich mir auch wieder viel Zeit für ein Schwätzchen, haben wir uns doch mehr als ein halbes Jahr nicht mehr gesehen. Er stellte mir begeistert seinen 18-jährigen Suzuki vor, welcher tatsächlich noch tadellos aussah und bei mir kamen Erinnerungen hoch, hatte ich doch vor über 30 Jahren auch so einen "Göppel" für die Arbeit unter dem Füdli. Das Eine gab das Andere und schon bald musste ich mich verabschieden und in unseren, etwas mordernen, Göppel einsteigen. Also Zündschlüssel drehen und ab geht die Post. Aber aho letz, da leuchtet ein Lämpchen am Armaturenbrett, welches ich noch nie gesehen habe. Also im gescheiten Betriebshandbuch nachschauen - Riefendruck stimmt nicht. Aussteigen mit dem Bergschuh einmal kurz dagegen kicken - alles im grünen Bereich. Also muss es was anderes sein. Ich versuche in dem Fall zu starten und den Tiguan in Bewegung zu versetzen. Geht ja, aber irgendwie bewegt er sich nicht so rund wie sonst. Aha, hinten links dreht das Rad nicht und die automatische Handbremse scheint sich auch nicht zu lösen. Nun - es kam wie es kommen musste - den mordernen Göppel musste ich stehen lassen und dies mit meinem nun immer enger werdenden Zeitplan für den ganzen Tag. Und da sprang doch tatsächlich Otto mit seinem neu erstandenen Suzuki selbstlos in die Bresche und gab mir den Schlüssel - "bisch eifach äm sechsi wieder da". Und so bewegte ich mich mit Ottos Suzuki durchs Val Bever in Richtung meiner Termine, welche nun noch aufgestockt wurden, musste ich doch zuerst noch die Reparatur unseres Tiguans organisieren. Also einen Zwischenstopp bei der Garage Amstad in Bever machen. Da kam mir Claudio entgegen, auch einer der im Val Bever auf die Jagd geht und schon Gast bei uns auf der Hütte war und er versprach mir, dass dieses Malheur bis am Freitag behoben sei. Uff- innert so kurzer Zeit so viel Hilfsbereitschaft zu erleben... Schön, dass ich das in der dieser, sonst eher hektischen Zeit, erleben darf. Am Abend bei der Retourfahrt kam mir unser Auto, natürlich mit Mitarbeitern von Claudio, schon entgegen. Die Ursache das morgendlichen Malheurs - Nagetierschaden an einem Elektronikkabel. Modern = bleibt stehen. Mechanik = fährt den ganzen Tag. So durfte ich ziemlich genau um 18 Uhr das eher "mechanische" Auto wieder seinem Besitzer übergeben. 

Während dem Hochlaufen versuche ich ja immer das Erlebte zu verarbeiten und trotzdem habe ich offene Augen für die Schönheiten dieser einzigartigen Landschaft. Und siehe da:

wie heisse ich?

Wer kann mir da weiter helfen und verraten, um welchen Schmetterling es sich da handelt?

Herzlichen Dank im Voraus.

Als ich hochkam durfte ich mit grosser Freude feststellen, dass wir einmal mehr eine tolle Stimmung bei unseren Gästen in der Stube hatten. Jetzt frage ich mich natürlich - braucht's den Aussenminister eventuell wirklich nur ausserhalb der Hütte? Nun - so retour zu kommen ist natürlich ausserordentlich schön und macht mir das Weggehen etwas einfacher, denn ich gehe während der Saison (meistens) nicht mit grosser Begeisterung ins Tal. 

Euch wünsche ich, dass Ihr mit grosser Begeisterung genau das Umgekehrte macht - in die Berge gehen, steht doch bald das Wochenende mit gutem Wetter an.

Herzliche Grüsse vum Fridli, dr Claudia, dr Karin und em Roger (und auch von Alex, der uns heute wieder Richtung Tal verlässt)


Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

081 833 29 29         info@jenatsch-huette.ch

775'350 / 155'675 .