16. September - Fridolin

Ein normaler Samstag

Gestern Abend war die Hütte fast voll belegt und so haben wir uns so vorbereitet, dass es ein normaler Samstag geben sollte.

Und wie sieht so ein normaler Samstag bei uns aus? Sicher nicht so, wie wir ihn erwarteten. Wir hatten einen Helitransportflug so zwischen 09:30 und 10:00 Uhr eingeplant. Und Claudia war den ganzen Vormittag für die "Backstube" eingeteilt. Karin und Brigitte sollten den Hüttenwusel erledigen. Da kam ein Gast aus dem Untergeschoss und teilte mir mit, dass ein Urimat nicht mehr richtig funktioniert. Ja klar, das musste der auf der linken Seite sein, denn der rechts davon ist recht nahe an der Eingangstüre und so stehen die Herren meistens beim Linken. Im vergangenen Winter hatte ich schon einmal das Vergnügen diesen abmontieren zu müssen und den Ablauf zu entstopfen. Da die Zeit nahte, dass der Transportflug eintreffen sollte, so verschob ich diesen Einsatz als Sanitärmonteur. Nur - der Helikopter kam und kam nicht. Also Griff zum Telefon und nachfragen. Zuerst hatten wir Bodennebel und jetzt sind sie noch bei einem anderen Ort im Einsatz. Aber anschliessend werden sie direkt zu Euch kommen, den Retourflug mitnehmen und dann das Netz hochfliegen. Das war die Antwort des Einsatzleiters der Heli Bernina. Also entschloss ich mich doch den Urimaten zu begutachten. Es traf natürlich das ein, was ich befürchtete. Abmontieren und entstopfen der Leitung war angesagt. Von meinem ersten Einsatz wusste ich den Vorgang und dachte, dass dies in einer halben Stunde erledigt sein würde. Falsch gedacht, denn ich konnte das Rohr (in der Zwischenwand zwischen Damen- und Herren WC liegend) nicht entstopfen. Kurz die Gedanken sammeln, was der Grund sein sollte und so entschloss ich mich, auch den zweiten Urimaten abzumontieren. Und genau da hörte ich den Helikopter, da ich aber wusste, dass er zwischenlandet, den Flughelfer absetzen, das Retournetz mitnehmen und ins Tal fliegen würde, um den geladene Netz abzuholen, arbeitete ich weiter, in der Annahme, dass er in einer Viertelstunde wieder zu hören sein würde. Was ich beim zweiten Urimaten vorfand übetraf sogar noch den ersten. Das Rohr mehr als zur Hälfte verstopft und so konnte auch hier bald nichts mehr abfliessen. Die folgende halbe Stunden war alle andere als ein Zuckerschlecken. Aber, mit Unterstützung von Karin, brachten wir beide Abläufe wieder zum funktionieren. Und der Helikopter kam und kam nicht, was mich schon ein bisschen beunruhigte. Der dagebliebene Flughelfer meinte, dass sie ein technisches Problem gehabt hätten und nun entweder den Helikopter tauschen müssten oder dies in Kürze beheben können. Und so machte ich mich wieder an die Montage der beiden Urimaten. Anschliessend haben unsere Hüttenwuselfeen beste Arbeit geleistet und die ganze Unordnung von meinem Einsatz beseitigt. Endlich um 11:30 Uhr tauchte der Helikopter mit der Unterlast auf und setzte diese nicht genau vor der Skiraumtüre ab, sondern etwas weiter unten im Schräghang. Die Ursache war nicht der technische Schaden, sondern eine Überlast von über 100kg. So war einerseits Muskelarbeit angesagt und andererseits, wie kam diese Überlast zu Stande. Dies klärte sich dann nah dies nah im Gespräch mit dem Flughelfer und dem Piloten, und nachdem wir eine Schachtel der Holzbriketts gewogen hatten, ganz auf. Auf der Schachtel steht 12kg und in Tat und Wahrheit sind es eben 13kg. 

Mit einer Stunde Verspätung konnten wir uns dann endlich für das wohlverdiente Mittagessen an den Küchentisch setzen. Die erste richtige Pause nach über 6 Stunden Arbeit. ja eben - ein ganz normaler Samstag auf einer SAC-Hütte. Das Mittagsnickerchen wurde logischerweise durch Telefonanrufe unterbrochen und war dann auch zugleich der Sart in den Nachmittag, welcher ab 15:00 Uhr im Stundentakt Saunagäste vorsah. Das Eintreffen der Gäste zog sich auch über vier Stunden hin und der letzte Gast schaffte es um 10 Minuten auch noch vor dem Nachtessen, nachdem wir bereits seine Telefonnummer heraus gesucht hatten. In der Zwischenzeit standen zwei Gäste an der Durchreiche, welche glaubten sich für den Samstag angemeldet zu haben. Nur - sie waren einen Tag zu früh bei uns. Dies bedeutet wieder den ganzen Tisch- und Schlafplan, bei praktisch voll belegter Hütte nicht ganz einfach, zu überarbeiten. Dies löste aber, nebst dem Kochen für über 70 Gästen, Claudia super. Und alle waren wieder glücklich. Der Rest das Abends verlief dann eben wie "ein ganz normaler Samstag".

Ja, dafür ist der Sonntag nicht ganz normal, kommt doch das Hüttentagebuch mit erheblicher Verspätung. Die Erklärung ist ganz einfach, ich wurde auserkoren, diese Zeilen zu verfassen und da ich noch viele Abrechnungen machen musste und ebenso viele Wiederholer verabschieden durfte, lief mir schlicht die Zeit davon. 

Wir hoffen, dass Euch die Zeit heute Sonntag nicht davon läuft, sondern Ihr ein paar Stunden Gemütlichkeit geniessen könnt.

Herzliche Grüsse vum Fridli, dr Claudia, dr Karin und dr Brigitte, welche heute ihren Schnuppereinsatz beendet.


Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

081 833 29 29         info@jenatsch-huette.ch

775'350 / 155'675 .