14. August - Karin

Auszeit

Der Herbst zeigt langsam sein Gesicht.

Die Tage werden schon ein bisschen kürzer. Der Nebel bringt uns morgens oder abends wunderschöne mystische Stimmungen und die Natur bereitet sich langsam aber sicher auf ein Farbenspiel vor, auf das ich mich jedes Jahr aufs Neue freue. 

Wir sind so stolz auf unsere Gäste. Gestern startete der Tag perfekt, bis sich auf einmal graue Wolken zu einem Treffen über dem Val Bever versammelten. Nach dem Mittag fand ein Mix aus Schauer und Sonnenschein statt. Tropfnass kamen sie bei uns an. Klitschnass begrüssten wir die Gäste und der Trockenraum war für viele die Rettung aus den durchnässten Kleidern. Mit Tee und Kuchen stärkten sie sich in der warmen Stube und kein Regentropfen vermieste Ihnen die Laune, da sie ja bewusst die Natur suchten und sie in allen Facetten spürten. Eine Auszeit vom Alltag im Tal. 

Als ich letzte Woche ins Tal wanderte, hatte ich genau so einen Regentag erwischt. Mit gutem Regenschutz genoss ich diese Zeit ganz besonders für mich. Die Ruhe in der Natur, welche sich kurz erholte von diesen extrem heissen Temperaturen. Die Bäche, welches das einzigartig erfrischende Wasser ins Tal fliessen lassen, zeigten ein Bild der Stärke. Die grünen Alpwiesen erholten sich vom Weiden der Rinder und die Farben am Himmel spielten mit der Sonne, welche sich gerne gezeigt hätte.

Es waren drei Stunden, die eine ganz bestimmte Energie ausstrahlten und eine kostbare Zeit, um über Gott und die Welt zu philosophieren. 

Was die Natur immer wieder braucht, spiegelt sich auch bei uns Menschen ab. Brauchen wir nicht ab und zu auch diesen Moment von Ruhe, ein ¨Insichkehren¨, sich bewusst kürzer oder länger Zeit nehmen, um sich eine Auszeit zu nehmen? Im Alltag sind das die kleinen Momente. Man geniesst bewusst einen guten Kaffee und liest in einem Buch, nimmt das Mittagessen ein paar Schritte weg vom Arbeitsort auf einer Parkbank ein oder gönnt sich ein Spaziergang an der frischen Luft. 

Eine Auszeit kann aber auch länger dauern. In meinem Fall ist es diese Sommersaison hier oben auf 2'652 m. ü. M. Die letzten Jahre waren spannend, aber auch sehr intensiv. Ich stand oft unter Strom, um unserem Geschäft und meinem Umfeld gerecht zu werden. Ich liebte diese Zeit und mein Energiespeicher läuft oft auf Hochtouren. Aber genau dann muss man sich die Zeit nehmen, um den Spiegel aufs Leben halten. Sonst fehlt einem auf einmal das Gespür fürs Wesentliche, nämlich… Was will ich?!

Hier oben habe ich trotz viel Arbeit die Zeit tief Luft zu holen und mich neu zu orientieren. Es wäre nicht ich, wenn ich nicht schon neue Pläne hätte. Aber einfach mal weg vom Alltag, in der Pause oder an freien Tagen die Bergwelt aufsaugen und die Seele ¨bambelen¨ lassen und sich selber spüren und neue Gefühle zulassen. 

Mit diesen Impulsen wünsche ich euch heute bewusst kleine Auszeiten und einen Spiegel auf eure Seele. Habt ihr eure Träume erfüllt oder Neues gewagt? 

Wir vom Jenatsch- Team haben euch einen kleinen Tipp aus dem Hüttenalltag… Stets die Jasskarten in reichnähe. Die Auszeit, die wir uns täglich gönnen und öfters einen kurzen Moment ausklinken lässt. Okay, jene die nicht gerne verlieren, kommen auch da ab und zu an Grenzen und müssen sich nachher eine Auszeit von der Auszeit gönnen. Die Anderen amüsieren sich dafür doppelt…. 

Es grüssen euch die Spielsüchtigen von der Jenatschhütte

Karin mit Claudia, Fridli und Milena

 


Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

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