1. Oktober - Fridolin

Abendstimmungen

In den letzten Tagen durfte ich immer wieder die Sauna aufheizen.

Das ermöglichte mir die Hütte kurz zu verlassen, um die im Holzschopf eingebaute Sauna, einzuheizen. Dadurch bekomme ich immer wieder die wunderschönen Abendstimmungen zu sehen und zu hören. Einerseits zeichnen sich die Berge messerscharf in den Abendhimmel ab und andererseits hört man aus der Hütte, je nach Seite, die verschiedenen Stimmen. Gegen die Nordseite ist es das Küchenteam, welches am wirbeln ist. Oder da huscht ein Schatten hinter der Fensterscheibe durch - wer könnte das jetzt wohl gewesen sein und welche Tätigkeit wird gerade jetzt ausgeführt? Auf der Ostseite sind es die Stimmen aus dem Jenatschstübli und da wird gelacht und diskutiert. Da ich die Gesichter kenne, versuche ich die Stimmen zuzuordnen und stelle mir vor, was im Jenatschstübli gerade abgeht. Und wie würde es einem Gast ergehen, welcher jetzt noch zur Hütte läuft? Sicher würde er erleichtert sein, dass er die Lichter schon von Weitem sieht und je näher er kommt, desto mehr Leben er mitbekommt.  

Abendstimmung Richtung Piz Ot

Da viele Gäste den Himmel kaum einmal noch ohne Lichtverschmutzung sehen, zieht es sie vielfach zwischen dem Hauptgang und Dessert noch einmal ins Freie. Hier dürfen sie wieder einmal die Sterne, den Mond, die Milchstrasse und andere Sehenswürdigkeiten am Himmel erleben. Die einen stehen in Grüppchen zusammen, die anderen schnappen sich eine Wolldecke und kuscheln sich zu zweit darin ein und schmieden vielleicht Zukunftspläne. Ganz selten sieht man ein kurzes Aufglimmen einer Zigarette. Auch schön zu sehen, aber eben nicht so gesund und das bei dieser frischen Luft. Und so kommen dann alle, pünktlich zum Dessert, wieder in die Stube und die Spiele und Gespräche werden danach fortgesetzt. So nah dies nah gibt es Lücken an den Tischen und am Schluss bleibt meistens der harte Kern bei einem Absackerli übrig. Und genau da geschieht es - die Gespräche werden dann richtig spannend und gehen vielfach auch richtig tief. 

Heute hoffe ich, dass ich den Meter nicht so richtig tief in den Neuschnee stecken kann. Ein wiesses Kleid wäre ja schon OK, aber zu viel muss es bei uns noch nicht sein, denn noch fehlen uns 75 Gäste, damit wir die magische Zahl von 5'000 Übernachtungen erreichen. Wie genau wir diese feiern werden, verraten wir sicher in den nächsten zwei bis drei Tagen. Wir überlegen uns, ob es denn genau der 5'000ste Gast sein soll oder doch ....... aber eben, davon später.

So jetzt wünschen wir Euch einen guten Wochenstart und freuen uns morgen wieder etwas mehr zu verraten.

Herzliche Grüsse vum Fridli, dr Claudia, dr Karin und dr Bärbi.

Ach ja, fast vergessen:

Gestern kam ein Gast an und beim begrüssen meinte er noch "ich hätte da noch eine kleine Frage...". Ja er hat uns im "SRF bi dä Lüt" gesehen und wollte mit mir unbedingt die Wasserfassung besichtigen, um Ratschläge für seine Wasserfassung abzuholen. Und er wohnte nicht gerade um die Ecke, sondern..... also recht weit weg. Eine unglaublich schöne Geschichte. 


Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

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