27. März - Claudia

Gästeküche aus dem Glarnerland

Wie schon im letzten Winter, haben Ueli und Röbi gestern bei uns gekocht.

Ein neues Menü wurde ausprobiert, Omelette für Flädli gebacken, Apfelsaft zum Dessert verarbeitet. Am Ende war es ein sehr feines und ungewöhnliches Menü, dass es so bei uns noch nicht gab. Das ist das Schöne: wir sind mit den Gästeköchinnen und -köchen den Nachmittag zusammen in der Küche. Da wird diskutiert und geplant, gebruzzelt und geschnetzelt... und das Wichtigste: es wird degustiert :-). Da war gestern noch ein lustiges Intermezzo. Im Rezept stand, man solle in die Suppe einen Schuss Sherry geben. Aus der Laune heraus, haben wir dann entschieden am späteren Nachmittag einen gemeinsamen Apero zu machen, um eben diesen Sherry erst einmal ohne Suppe zu kosten. Er ist fein und wurde zur Verfeinerung der Suppe 'freigegeben'. Nur... irgendwann kam Röbi zu mir und lachte: ".... jetzt habe ich den Sherry in der Suppe vergessen...". 

Es ist immer schön, wenn andere in der Hüttenküche aktiv sind. Ich kann über die Schulter schauen und sehen, wie andere kochen. Es sind mal andere Gewürze, die verwendet werden und andere Verhältnisse bei den Zutaten.

Gestern nach dem Mittag hat sich Emil bei uns für ein paar Tage verabschiedet. Er hat frei und freute sich auf die Zeit bei seiner Frau Sabrina. Wir wünschen den beiden ein paar Tage voller Gemeinsamkeit und Zeit füreinander. Martina sagte gestern Abend beim Abtrocknen zu mir: "... Jetzt ist Emil erst ein paar Stunden weg und er fehlt mir schon. Wir sind ein Gspänli und es ist komisch, dass er jetzt ein paar Tage nicht mehr hier ist...". Ich kann das gut verstehen, denn die beiden haben die ersten Tage zusammen verbracht, haben sich gegenseitig weitergeholfen, sind in einem Lager zusammen und tauschen sich rege aus. Da ist es klar, dass der andere fehlt. Und es ist schön, dass das so ist, denn das zeugt von Sympathie und Empathie. Überhaupt klappt unser Team in diesen strengen Tagen sehr gut. Anfangs hatten wir noch so manches Problem, Abläufe die plötzlich anders gemacht wurden, Anforderungen von uns (Fridli und mir), die zu umfangreich ausgefallen sind und nicht einfach zu erfüllen sind. Als die Stimmung Gefahr lief zu 'kippen', haben wir uns zusammengesetzt und offen diskutiert. Das war die beste Idee der Saison :-). Jeder konnte loswerden, was ihn störte und alle hatten die Plattform, die es brauchte, um einen Strich zu ziehen und voller Energie neu zu starten. Seitdem sind wir ein eingeschworenes Team. Es gibt Lob für das, was gut läuft und Kritik für das, was zu verbessern ist und wenn ich meinem Gefühl trauen kann, dann spüre ich, dass nun alle voller Freude an der Arbeit sind. Schön! Vielen Dank an Martina und Emil!

Nun habe ich an der Durchreiche gerade wieder eine Diskussion mitbekommen. Fridli kassiert und eine Gruppe, die kurzfristig entschieden hat vorzeitig zu gehen, möchte abrechnen. "... das kostet 'xy'... (Fridli)... wieso ist das so und soviel?... (Gast)... weil Ihr zahlen müsst, wenn ihr vorzeitig geht... (Fridli)... ja aber sicher nur die Übernachtungskosten und keine Halbpension. Die haben wir ja nicht konsumiert... (Gast)... Ihr kennt die AGB's, ihr habt sie erhalten und demnach wisst Ihr, dass alles zu zahlen ist. Die Bedingungen sind definiert und immer gleich...(Fridli)...ich bin schon 50 Jahre im SAC und so was hab ich noch nicht erlebt. Vor 20 Jahren war ich bereits in der Jenatsch. Da hat man mich im Winter im Keller schlafen lassen, im kalten Zimmer ohne Heizung, obwohl die Hütte leer war...(Gast)
Was sollen wir dazu sagen? WIR SIND ES LEID! Solche Diskussionen wollen wir nicht mehr führen und was unsere Vorgänger vor 20 Jahren gemacht haben, interessiert uns auch nicht mehr wirklich. 

So und nun noch etwas Positives: Gestern erhielt ich nochmals eine Bestellung von der Autobahnraststätte in Thusis: Viamala. Dort gibt es einen Shop, in dem viele regionale Produkte verkauft werden und auch meine Jenatsch-Stirnbänder. Mich freut diese erneute Bestellung und ich werde versuchen, dass das vor Ostern noch dort ankommt. 

Euch allen wünsche ich heute viel Erfreuliches und ein paar wärmende Sonnenstrahlen. 
Herzlichen Gruss von uns hier oben: Claudia & Fridli mit Martina; und von Emil aus dem Tal


Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

081 833 29 29         info@jenatsch-huette.ch

775'350 / 155'675 .