3. April - Emil

Kontraste

Die Welten in denen ich mich am liebsten bewege.

Seit letztem Sonntag bin ich nun wieder in der Jenatsch. Wie treue Leser des Hüttentagebuches wissen, verbrachte ich sechs freie Tage zuhause. Mein zuhause steht in Richterswil, Kt.Zürich, ein wunderbarer, bequemer Ort zum Leben.

Als ich vor einer Woche gegen Mittag Richtung Julier in mein Frei aufbrach machte mir die Sicht ab der Fuorcla d Agnel zünftig zu schaffen, diffuse Sicht. Weder Konturen noch Kontraste halfen mir mich zu orientieren. Zwei ganz veritable Slapstick würdige Stürze folgten. Aber runter helfen alle guten Geister und unverletzt blieb ich auch.

Mit meinem Auto weiter nach Hause, zu Sabrina und unseren Katzen 😊

Ein herzlicher, warmer Empfang eine innige Umarmung (von Sabrina, den Katzen war es ziemlich egal. Fütterungszeit war noch weit entfernt) und alles ist einfach gut. Zum Abendessen eine Pizza bestellt, purer Luxus. In meinem Stammlokal wäre ich eingeschlafen. 17 Tage können lang sein.

Am nächsten Tag nach Zürich zu der Coiffeuse meines Vertrauens. Sie hat ihr Geschäft eigentlich erst am Donnersteg bis Samstag geöffnet, für mich und meinen Bart macht sie extra auf. Auch wieder so ein liebevoller Mensch den ich kennen darf.

Alle 20 Minuten fährt von meinem Wohnort aus ein Zug in mein geliebtes Zürich. In der Enge steige ich aus und nehme das 6`er Tram bis Stockerstrasse, dort steige ich um auf den 8`er Richtung Hardturm. In der Bäckeranlage raus und noch 5 Minuten zu Fuss. Wie surreal mir das vorkommt. Alles geht auf Schienen, kein eigenes Zutun ist notwendig. Kein Spuren des Weges, kein GPS, keine Orientierung lebensnotwendig. Gut, wer den Fahrplan lesen kann ist klar im Vorteil, aber spätestens nach 7-10 Minuten kommt eh das nächste Tram. Zoo Zürich wirbt auf Plakaten für Besuche. 2 Koalas, ein Pärchen, sind jetzt neu bei ihnen eingezogen. Dass die beiden putzigen Tierchen Eukalyptus fressen, der im Jahr etwa die Kosten eines Mittelklasse Wagens beträgt, muss ja jedes Blatt importiert werden, sagt das Plakat natürlich nicht. Alles für den Jööö Effekt!

Habe ich schon erwähnt das mir das etwas befremdlich erscheint? Zu dem Zeitpunkt und auch jetzt noch. Hier in der Jenatsch ist das alles so weit weg. So unwichtig. Und das ist auch gut so. Alles hat seine Zeit und soll Platz haben nebeneinander. All die vielen verschiedenen Menschen im Kreis 4, die Anonymität, die mannigfaltigen Typen, die diversen Kulturen und Hautfarben. Ich mag das alles sehr und brauche beide Welten in meinem Leben. Niemals möchte ich mich entscheiden müssen wo ich hingehöre. Als ob es eine Schublade geben muss, wer will sich schon kategorisieren lassen.

Ein Besuch bei meiner Schwester Christa in Langnau a. A. rundete meinen Tag ab, gut hat es getan. Da sie an Ostern arbeiten musste hoffe ich für sie das sie es nicht allzu streng hatte. Lieber Gruss auf diesem Weg. (Sie liest das Tagebuch fleissig) 

So, ich komme langsam zum Schluss. Die Sonne scheint bereits warm in mein Gesicht und ein neuer Tag mit neuen Gästen steht an. Wunderbare Begegnungen passieren da. Martina wünsche ich erholsame, schlafintensive freie Tage unterhalb der Waldgrenze. Es grüssen euch aus der Jenatsch; Emilio mit Claudia & Fridli (die jetzt den ganzen Abwasch ohne meine Mithilfe erledigt haben. Adlersystem.)   

 


Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

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