15. März - Emil

Ankunft

Bei mir braucht einiges etwas länger.

Ihr fleissigen Leser des Hüttentagebuches wisst ja bereits das ich am 9. März in der Jenatsch eingetroffen bin. Also ich muss das etwas relativieren: Meine Hülle ist eingefahren, schwitzend und erschöpft. Herz und Kopf waren zu dem Zeitpunkt noch nicht da, sie hingen noch unten am «Tsürisee», meinem geliebten Zuhause. Und sowieso bei meiner Sabrina, welche ich noch um einiges mehr liebe als unser gemeinsames Daheim. Es waren turbulente Zeiten, sind es zum Teil noch, welcher von unserer Beziehung viel abverlangen. Ich möchte euch damit nicht weiter langweilen bloss versuchen zu erklären weshalb ich die ersten paar Tage mit meinem Herz und Kopf noch nicht richtig in der Jenatschhütte angekommen bin.

Viele Arbeiten hier in der Hütte haben eine meditative Eigenschaft, ich schreibe bewusst nicht von Monotonie. Bei diesen Verrichtungen kreisen auch meine Gedanken. Die Kommunikation ist eingeschränkt nach «draussen», was auch bewusst so gewollt ist, ich schreibe wieder gute, alte mit Marken versehene, Briefe. Wann sie mit in das Tal gehen ist abhängig wer sie mitnimmt. Auf eine unmittelbare Antwort brauchst du nicht zu warten. Nix Whats App. Was das «rumhirnen» nicht unbedingt einfacher macht, doch meine Gedanken sind unterwegs und werden irgendwann deponiert am richtigen Ort. Es macht mir einfach weh, wenn dein liebster Mensch fehlt.

Seit gestern jedoch habe ich das Gefühl der Knopf im System Emilio hat sich gelockert, wird sich die nächsten Tage noch ganz lösen. Ein anderer Rhythmus an den ich mich gewöhnen darf. Dass ich hier bin, präsent bin, im Bewusstsein, dass es für alle Gut ist so wie es jetzt ist.

 

Was uns drei sehr freut ist, dass Martina heute bei uns einsteigt und mit anpackt. Mich vielleicht noch etwas spezieller, da wir ähnliche Rollen haben werden hier in der Hütte. Eine neue Dynamik kommt in’s Spiel, respektive in die Arbeiten des Hüttenalltags. Bestimmt ist sie schon auf dem Weg hier hoch und wir wünschen ihr einen guten Aufstieg und dass sie gesund bei uns ankommt.

 

In diesem Sinn wünsche ich euch allen einen Tag, der euch einen Glücksmoment beschert, ihn erkennt und ein bisschen nachhaltig ist. Drückt eure Liebste, euren Liebsten.

 Ich mache das platonisch ganz fest😉

 

Es grüssen euch; Emilio, Claudia und Fridli aus der Jenatschhütte.


Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

081 833 29 29         info@jenatsch-huette.ch

775'350 / 155'675 .