22. August - Fridolin

Talluft

Gestern war für mich Talluft angesagt.

Da wir am Vorabend ein Telefon von Jachen, Jäger im Val Bever,  mit der Mitteilung, dass es Gewitter wieder ein paar Rüfen aktiviert hätten und somit die Strasse nicht passierbar sei, bekamen, hatte ich am Morgen gar keine Eile mich Richtung Tal aufzumachen. Somit machte ich zuerst einen Gang zur Turbine, da sich sicher wieder ein paar Steinchen in den Düsen eingenistet hatten. Danach standen ein paar wichtige Verabschiedungen an, für welche ich mir auch noch einmal Zeit nahm. Ebenso noch ein Znünikaffee im Team und mit guten Freunden. Aber die Zeit wurde immer knapper, dass ich den gesetzten Taltermin auch noch zeitgerecht einhalten konnte. Im Hinterkopf schwirrte der Gedanke natürlich immer mit - wie organisiere ich mich,wenn die Strasse noch nicht vom Geröll geräumt ist? Da laufen ganze Filnme ab, denn die Verwaltungsratsitzung war zu wichtig, dass ich sie hätte sausen lassen können.
Also machte ich mich auf den Weg zur Alp Val, wo unser Auto im neu erstellten Gatter steht. Auf dieser knapp einstündigen Strecke konnte ich die letzten Details der Sitzung wälzen. Beim Auto angekommen, sah ich die drei "Gletschermesser" davor sitzen und ebenfalls auf "Abholauto" warten. Dies bedeutete nichts Gutes, denn somit war klar, dass die Strasse noch nicht geöffnet war. Wir entschlossen uns aber, dass wir nun doch talauswärts fahren und uns überraschen lassen, wie weit die Räumungsarbeiten gediehen seien. Nur - beim Wegfahren merkte ich, dass ein Reifen platt war. Aha, - hab ich nun ein Reserverad oder ein sonstiges Hilfsmittel? Da ich noch nie ein Platten hatte, musste ich mich nun ernsthaft darum bemühen und die Zeit wurde knapper und knapper, denn so was hatte ich in meinen Zeitplan nicht eingerechnet. Aber unser Auto ist gut ausgestattet und so konnte ich aus einem seitlichen Versteck ein Luftdruckgerät (li) heraus nehmen und beim 12V Stecker anschliessen, wie auch den Schlauch am Pneuventil, Hebel kippen auf 1 und schon begann dieses Gerät zu schnurren und alsbald stieg der Zeiger des Manometers sukzessive an. Danach klappte alles wie am Schnürchen, die Strasse war unterdessen geöffnet worden. Ich kam punktgenau zur Sitzung, diese dauerte allerdings zwei Stunden länger als vorgesehen und somit kam ich in den Genuss von etwas längerer Talluft. Nicht, dass ich das unbedingt brauchen würde, denn die frische Luft bei uns oben ist mir um einiges lieber. Und so kam ich nicht mehr pünktlich zum Nchtessen zur Hütte zurück, was mich natürlich schon ein wenig fuxte, da ausgerechnet an diesem Abend sechs Glarner in der Stube sassen und auch Emil, unser treuer Hüttenmitarbeiter mit seiner Frau war da. Und - das Gewitter hatte wieder dafür gesorgt, dass sich wieder ein paar Steinchen Richtung Turbine aufgemacht hatten. Also nochmals zwei mal Turbine retour. So endete mein Tag mit einem kurzen Intervalltraining. Nein nicht ganz - denn ohne ein Spielchen vor dem Schlafen gehen, geht der Fridli nicht ins Bett, auch wenn die Augen manchmal eine 8 nicht von einer 6 unterscheiden können.

Aber jetzt bin ich wieder seit 5 Uhr wach und habe mein neues Tageprogramm schon im Kopf. Was? - das kann sich jederzeit ändern und wird der jeweiligen Situation angepasst.

Herzliche Grüsse vum Fridli, dr Claudia, der Karin und Milena aus dem Talurlaub.


Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

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