4. September - Fridolin

Weitwanderer

Je länger je mehr haben wir Weitwanderer bei uns zu Besuch.

Der Bernina Trek scheint so langsam aber sicher zu "greiffen". Die neue Homepage verfehlt ihre Wirkung nicht und zieht die Leute an. Ebenso haben wir hie und da Gäste, welche den Kesch Trek noch um einen oder zwei Tage verlängern. Und seit letztem Jahr führt eine Route von Eurotrek von Davos nach St. Moritz die Gäste zu uns. 

Und dann haben wir noch die Weitwanderer, welche ihre Route selbst zusammen stellen. Das kann dann von Chiavenna nach Arosa sein, oder von Ulm einfach Richtung Süden, oder von Davos nach Avers. Und dann gib es eben noch die Weitwanderer die eine sehr ambitionöse Tour für drei Wochen zusammen gestellt haben. Wie die gestrigen zwei Gäste, welche von St. Moritz zurück ins Bernbiet laufen. Nicht ohne ein paar Schlaufen bei uns in Graubünden gemacht zu haben. Sie rechnen mit Tagesetappen von bis zu 3000 Höhenmeter und Laufzeiten gegen 13 Stunden, je nach Tagesziel. Da sie viele Etappen laufen möchten, welche ich persönlich auch kenne, so habe ich sie gebeten, mir doch nach den vergenommen drei Wochen laufen, ein kurzes Feedback zu geben. Da sie aber geübte und sehr gut trainierte (Berg)Läufer sind, traue ich ihnen die vorgenommen Etappen schon noch zu. 

Da gibt es viele Andere, welche sich masslos überschätzen und schon nach der zweiten Etappe einsehen müssen, dass sie sich zu viel vorgenommen haben. Oder sie wollen beim Bernina Trek die Gipfelstürmer Variante laufen, sind aber kaum im Stande die Standartvariante zu absolvieren.

Ja - so ist es beim Wandern (Freizeit) wie im "richtigen" Leben, man sollte spüren wann genug eben genug ist. Aber der eine will sich beweisen, der andere muss sich beweisen und der dritte sieht es zwar ein, dass sein Unterfangen scheitern wird, aber es "gehört" sich halt nicht aufzugeben. Und so produziert unsere Gesellschaft mehr und mehr kranke Leute, welche Kosten verursachen, die man mit ein bisschen Vernunft und "weniger ist mehr", sehr gut verhindern könnte. 

Verhindern konnte ich diesen Sommer mit dem neuen Sandfang, dass wir bei jedem starken Gewitter oder bei diesem vielen Schmelzwasser, zur Bachfassung mussten, um die Sandfänge zu entleeren. Es geht mir nur noch hie und da ein kleines Steinchen durch die feinen Gitter und macht mir die eine oder andere Düse beim Turbinchen zu. Dies ist dann aber meistens eine kleine Sache, um wieder die volle Turbinenleistung zu bekommen. Erstaunlich ist aber, wie viel Sand "produziert" wird, welcher sicher einmal in der Woche aus dem Auslaufbecken zur Turbine entfernt werden muss.  

In den nächsten Wochen möchte ich noch den neuen Sandfang so "aufbocken", dass wir die beiden alten Sandfänge besser bedienen können und oben mit Isolation abdecken können. So wie es scheint, werden wir die neue Fassung und den neuen Sandfang für den Sommerbetrieb benutzen und die alte Fassung und die alten Sandfänge für den Winterbetrieb. Die Leitungen zur Turbine und Pumpe sind nun auch so eingerichtet, dass dieser Betrieb möglich ist. Bei den Sandfängen sind sie bereits so angeschlossen und unten im Turbinen-Pumpenhäuschen müssen die Leitungen jeweils umgehängt werden.

Der kurze Wintereinbruch hat mir in Erinnerung gerufen, was ich draussen ncoh alles zu erledigen habe, bevor dann der "richtige" Winter kommt. Das bedeutet für mich, dass ich jeden einigermassen schönen Tag dazu nutzen sollte, damit wir dann, hoffentlich, einen sorgenlosen Winterbetrieb sichergestellt haben.

Einen sorgenlosen Start in die neue Woche wünschen wir Euch auch und grüssen ganz herzlich aus der Jenatschhütte.

Fridli + Claudia, und Jeannine und Nicole aus dem Tal.

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Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

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