6. September - Fridolin

Wetterbericht

Wenn wir den Prognosen für die nächste 14 Tagen glauben schenken würden, so könnten wir die Hütte in dieser Zeit schliessen.

Da wir aber aus eigener Erfahrung wissen, dass Lokalwetterprognosen über eine so lange Periode nur höchstens zu 1/3 stimmen, so bleiben wir eben da und hoffen, dass nicht zu viel Schnee vom Himmel fällt. Oder wenn, dann sollte es zwei Tage wieder etwas wärmer werden und schwups der Schnee ist weg. Sind sich aber die verschiedenen Wetterportale einig, so kann es schon kritisch werden und dann nützt uns unsere Erfahrung auch wenig bis gar nichts. Wir haben ja noch 6 1/2 Wochen offen, wenn's eben die Witterung erlaubt und so müssen wir auch ein paar Tage in Kauf nehmen, welche viele, aber nicht alle, Gäste von einem Ausflug in die Berge abhalten.

Was uns natürlich fuxt ist, dass wir hier oben viele Arbeiten, welche im Tal anstehen würden, nicht erledigen können. Insbesondere da bei uns ein Wohnortswechsel ansteht, wäre es schön, wenn wir diese schwach besetzten Tage im Tal nutzen könnten. Und nur immer einer von uns beiden unten oder oben ist auch nicht besonders effektiv. Es wäre tatsächlich effektiver, wir würden die Hütte so lange schliessen, bis der "Altweibersommer" Einzug hält und wir dann dafür vielleicht die Hütte noch länger offen halten könnten. Aber was ist nun richtig oder falsch? Sollen wir würfeln und uns danach entscheiden? Sollen wir, wie unsere Gäste anhand der Wetterprognosen entscheiden? Sollen wir nach Vernunft entscheiden? Sollen wir auf unser Bauchgefühl hören? Wie viele Gäste würden wir enttäuschen, welche auch bei zweifehaften Wetter zu uns hoch kommen und einen gemütlichen Hüttenabend geniessen wollen? Wenn es nur einer wäre, würde ich mich ärgern. Ja, so ist das und so ist die Entscheidung bereits gefallen und hat mit Vernunft und kalkulieren gar nichts zu tun, sondern mit Gastgeber sein. Und Gastgeber sein hat eben auch viel damit zu tun, dass man nicht immer alles erklären kann, sondern eben mit dem viel zitierten Bauchgefühl. Wer weiss, was vielleicht genau aus einem Abend mit sehr wenig Gästen entstehen kann.

Was ich aber weiss ist, dass die restliche Zeit nun rasend schnell vorbei gehen wird und bereits die kommende Winter- und Sommersaison geplant werden müssen. Und da sind wir ja schon bereits voll dran mit unseren vielen Vorstellungsrunden der möglichen MitarbeiterInnen. 

Und jetzt muss ich Schluss machen und das Morgenessen vorbereiten.

Seid herzliche gegrüsst an diesem Mitt(e)wochentag.

Fridli, alleine (die drei Frauen sind alle im Tal, dabei sagen sie doch immer ich sei der Hahn im Korb. Ob ich was falsch gemacht habe? ;-)

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Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

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