7. September - Nicole

Das Murmeltier

Das Murmeltier ist zweifelsohne eines der bekanntesten Tiere der alpinen Fauna und ein oft gesehener und vor allem auch gehörter Begleiter auf dem Weg zur Jenatschhütte.

Beim Blick aus einem der Hüttenfenster haben wir bis noch vor ein paar Wochen das eine oder andere Murmeltier beim Spielen, Streiten oder Fressen beobachten können. Ja und wie sie gefressen haben, stundenlang glitten sie wie Staubsauger über die eher kargen Bergwiesen mit dem Ziel (so nehme ich als Nicht-Murmeltier an:-)) möglichst viele Fettreserven für den bevorstehenden Winterschlaf anzusetzen. In den Tagen darauf konnten wir auf einmal kaum mehr Murmeli beobachten; hat die innere Jahreszeituhr der Murmeli bereits den Winterschlaf eingeläutet, obwohl wir an diesen Tagen sehr schönes und für diese Höhenlage auch warmes Bergwetter geniessen konnten? Klar können solche Zeichen der Natur und Tierwelt auch "Vorboten" für einen Wetter-/Jahreszeitenwechsel sein, doch so etwas lässt unseren erfahrenen Aussenminister Fridli natürlich kaum aus der Ruhe bringen:-). Aber man macht sich natürlich schon Gedanken darüber, was ja auch gut ist, denn wir Menschen können viel von der Natur und Tierwelt lernen. Dieses Phänomen könnte aber auch mit dem Hitzestress der Murmeli zu tun haben, wie ich im Internet recherchiert habe. Denn Murmeltiere sind an kühle Gebirgslagen besser adaptiert. An heissen Sommertagen (wie wir sie eben an diesen erwähnten Tagen hatten) halten sie sich überwiegend im Bau auf und können gelegentlich beobachtet werden, wie sie vor ihrem Bau ausgestreckt in der Sonne liegen. Diese Verhaltensweise dient jedoch nicht dazu, ein Sonnenbad (wie wir Menschen es schätzen) zu geniessen, sondern trägt dazu bei, die Anzahl der Parasiten im Fell zu reduzieren. Zum Glück haben sich die süssen Tierchen in den darauffolgenden Tagen wieder vermehrt gezeigt, ihre innere Uhr ist also noch nicht auf Winterzeit umgestellt:-). Mal schauen, wie sie nun den Schnee der vergangenen Tage "verdaut" haben - ich hoffe natürlich, dass ich den einen oder anderen Munggen nochmals zu Gesicht bekomme, bevor ihre innere Uhr dann endgültig den Winterschlaf einläutet.

Auch ich habe in meinen Freitagen viel geschlafen. Ich habe es genossen ohne innere Uhr ins Bett zu gehen und am darauffolgenden Morgen aufzustehen. Man könnte mir nachsagen, dass ich in den Wochen zuvor während meiner Zeit in der Jenatschhütte viel gegessen habe (gell Jeannine, Claudia und Fridli:-)). Das mag wohl stimmen, aber man isst hier oben wirklich sehr fein und die Alpenluft und das Arbeiten macht eben auch hungrig. Aber ich kann euch versichern, bei mir hat sich in den vergangenen Freitagen (noch) kein Winterschlaf bemerkbar gemacht....zum Glück gell Fridli, sonst wärst du noch länger der einzige Herr im Dienst:-). Denn seit gestern bin ich wieder in der Jenatschhütte und blicke meiner rund 1.5 wöchigen Abschlussphase entgegen - ja die Zeit vergeht wie im Fluge. Gerade auch deswegen geniesse ich nun bewusst meine letzten Tage als Hüttenhilfe und hoffe natürlich auf ideales Bergwetter, damit wir in dieser Zeiet nochmals zahlreiche Gäste empfangen dürfen. Und natürlich auch all jene, die mich noch besuchen wollten, auch die Gelegenheit dazu bekommen:-). Den Auftrag für einen guten Wettermix habe ich meinem lieben Meteorologen natürlich bereits gegeben:-). Aber auch wenn ihr mal einen Sprutz von oben abbekommen solltet oder eure Schuhe ein paar Tritte in den noch vereinzelt vorhandenen Schneefeldern machen, auch so ist es ein Genuss zu uns zu wandern; es gibt ja zum Glück auch gute "Bergkleider":-). Ich wünsche euch auf alle Fälle interessante und hoffentlich viele Murmeli-Begegnungen auf dem Weg zu uns!

Ich hoffe, auch ihr liebe Tagebuchleser, könnt heute einen Tag mit vielen schönen Begegnungen (mit oder ohne Murmeli) geniessen.

Es grüssen euch herzlich aus der Jenatschhütte d'Nicole mit em Fridli und Claudia mit Jeannine vom Tal.

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Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

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