21. September - Fridolin

Routine

Seit gestern Nachmittag sind wir wieder auf der Hütte.

Es war das erste Mal in unserer neunjährigen Zeit als Hüttengastgeber, dass wir die Hütte während einer Sommer- oder Wintersaison für ein paar Tage verlassen haben. Ein für uns ganz neuer Schritt, zu welchem wir uns zuerst einmal durchringen mussten und jetzt sollte er auch noch verarbeitet werden. Hätten wir hier bleiben sollen und versuchen sollen Gäste zu überzeugen, dass man auch bei diesem sehr durchzogenen Wetter den Weg zu uns gut hätte machen können? Ja, das wäre sicher eine Möglichkeit gewesen. Aber was machen dann die Gäste, nach einem sicher gemütlichen Hüttenabend, am nächsten Tag? Ja, genau dies ist bei uns die Krux, um die Hütte auf einem anderen Weg zu verlassen, muss man praktisch überall auf 3'000MüM hinauf laufen und dies bedeutet, dass man vermehrt durch den Schnee stapfen muss. Nun - wir haben sicher richtig entschieden, konnten wir doch im Tal viele wichtige Sachen erledigen. Ua. gingen drei Tage für ein "Handbuch Marketing" für Hüttengastgeber des SAC drauf. Zwei Tage davon mit einem Vollprofi, welcher vom SAC extra dafür bezahlt wird. Wir trafen uns dazu bei uns in Bergün. Wir meinen, dass dies eine super Sache für die diejenigen Hüttengastgeber wird, welche sich zwar schon viele Gedanken gemacht haben, aber noch nie unter professioneller Anleitung. Und dies soll ab November dann möglich sein. Und - meine Buchhaltung ist auch wieder a jour und die Konten sind auch schon abgeglichen und stimmen erst noch :-).

Claudia kümmerte sich wie meistens um viele, viele "kleine", aber extrem wichtigen Sachen, damit das Ganze dann auch stimmig wird. Und - was natürlich nicht fehlen durfte, ein Besuch in der Stadt; aber dieses Mal musste sie sich mit Chur "zufrieden" geben. 

Für mich lag sogar noch ein Besuch bei unseren Kollegen der Keschhütte, Ursina und Reto, drin. Es tat gut einmal ein lockeres Gespräch von Hüttengastgeber zu Hüttengastgeber, inbesondere da Reto und ich uns nun doch schon bald 15 Jahre kennen.

Und seit gestern Nachmittag sind wir nun also wieder hier oben.

zwei Zielscheiben für die Jäger

Und wir sind überzeugt, dass wir uns richtig entschieden haben, obschon wir immer noch ein komisches Gefühl haben, denn in welcher Saison befinden wir uns jetzt? In der Sommer- oder doch schon Wintersaison? Die letzten zwei Winter sah es im Dezember kaum winterlicherer aus, obschon natürlich von hier aus aufwärts viel mehr Schnee lag, aber die Umgebung nicht weisser war. Nun - zur Hütte kann man super laufen und das Wetter stimmt im Moment auch. Und heute werden wir zur Fuorcla d'Agnel eine Spur legen und wo notwendig auch die Schneeschaufel einsetzen. Damit können unsere Gäste auch den Auf-/Abstieg zum Julier bald wieder unter die Füsse nehmen.

Also - wir sind da, das Wetter stimmt und laufen in den Bergen macht froh und frei. Das Wochenende steht vor der Türe und so würden wir uns über einen Besuch sehr freuen, damit wir auch wissen, damit wir uns richtig entschieden haben, wieder zurück zu kommen.

Herzliche Grüsse vum Fridli, dr Claudia und dr Jeannine 

<< zurück


Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

081 833 29 29         info@jenatsch-huette.ch

775'350 / 155'675 .