22. September - Jeannine

Stahlblauer Himmel

Die Prognosen für gestern waren ja gemäss Meteo sehr gut.

Aber wer uns kennt, weiss, dass wir den Prognosen nicht immer trauen. Und tatsächlich, beim gestrigen Blick aus dem Fenster war klar, sie hatten recht. Blauer konnte der Himmel nicht werden. Schönste Fernsicht und keine einzige Wolke zu sehen. Herrlich. So gönnten wir uns nach dem Mittagessen einen Hock an der Sonne und schnell konnten wir überflüssige Kleider loswerden. Auch unsere Gäste die gestern einen nach dem anderen ankamen, gönnten sich noch einen Hock an der Sonne um Vitamin D zu tanken. So schön.

Wir nützten das Wetter natürlich nicht nur zum Geniessen. Nein, Fridli und ich machten uns auf den Weg zur Fuorcla d’Agnel um eine Spur für unsere Gäste zu pfaden. Ich lief voraus und Fridli machte aus meinen Fussstapfen einen Fussweg. Das Laufen durch den Schnee habe ich sehr genossen. Hie und da sah ich Spuren von Tieren und fragte mich, wo diese wohl hingelaufen sind. Waren sie auf der Suche nach Essbaren oder in ein Schlafdomizil. In Gedanken versunken genoss ich in der Natur zu sein. Schon bald erreichte ich den Gletschersee. Und dieser Anblick war einfach unglaublich. Leider war der See im Sommer meist komisch weissgrau, wohl vom Gletschermehl. Doch jetzt war er wieder so wie man ihn kennt. In wunderbarem Türkis präsentierte sich der Gletschersee vor mir. Und die Stille die ihn umgab, raubte mir fast den Schnauf. Aber zum Glück nicht allen, denn diesen brauche ich noch um bis ganz nach oben zu kommen. So lief ich immer weiter, immer höher. Die Umgebung ist im Moment einfach schön. Das Weiss hat etwas Magisches, etwas Spezielles. Stapf, stapf so hört es sich an, wenn ich diese wunderbare Stille durchbreche. Stapf, stapf komme ich der Fuorcla immer näher. Als sie dann zum Greifen nahe ist, wage ich einen Blick zurück. Wow, ich kann es in Worte kaum fassen. Mit diesem wunderbaren Wetter, ist die Fernsicht genial. Und unter mir der Gletschersee, leuchtet in seinem türkis vor sich hin und ruft, kommst du später wieder runter? Klar, ich muss ja wieder zurück in die Hütte, aber vorher geniesse ich die Aussicht in die andere Richtung. Ich bin sehr happy hier oben zu sein und geniesse diesen kurzen Augenblick sehr. Eine kurze Rast und einen Energieriegel später, stieg ich denselben Weg wieder zurück. An manchen Stellen machte ich noch kleine Stufen. So hat es nun einen gestapften Weg von mir zur Fuorcla. Und ich kann euch sagen, es lohnt sich.

Als ich dann von meiner Tour zurückkam, hörte ich jemand meinen Namen rufen. Ich wusste natürlich wer das ist und freute mich sehr. Denn die Nicole ist zusammen mit ihrer Mutter zu Besuch bei uns. Sie hat noch einige Sachen hier, die sie nun mit nach Hause nehmen wird. Schön ihr Gesicht zu sehen, denn lange war ich mir nicht sicher, wenn ich sie wiedersehe. Nach einer herzlichen Begrüssung überreichte sie mir noch meine blaue Daunenjacke. Diese ist mir nämlich beim raufkommen aus dem Rucksack geflutscht. Das wäre ein riesen Verlust für mich gewesen, wenn sie weg wäre. Ich hatte mich so genervt über mich selber, dass ich sogar noch schnell nochmals ein Stück zurückgelaufen war, nur leider ohne Erfolg. Umso schöner als ich sie dann wieder in meinen Armen hatte. Vielen Dank Nicole.

Am Abend hatten wir dann alle zusammen in der Stube z’Nacht gegessen. Es entstand eine sehr gemütliche Atmosphäre und sehr gute Gespräche. Und natürlich liessen wir es uns nicht nehmen noch ein Match zu spielen. Hüttenhilfen gegen Hüttengastgeber. Ein harter Kampf - ein lustiges Spiel. 

Heute haben wir wieder stStahlblauen Himmel. Geniesst den Tag so wie wir es machen.

Liebe Grüsse aus der Jenatschhütte von der Jeannine, der Claudia und dem Fridli.

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Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

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