30. September - Fridolin

erste Stunde

Die erste Morgenstunde hat es manchmal in sich.

Heute war wieder einmal relativ früh Tagwache, nämlich knapp nach 5 Uhr. Nachdem wir die letzten Tage das Morgenessen meist zwischen 7.30 Uhr und 08.30 Uhr bereit machten, so wollten heute zwei Gäste die Gunst der Stunde nutzen, nämlich ein sehr schöner Morgen, und den Piz Calderas besteigen. Also, hiess das für mich wieder einmal etwas früher aus den Federn. Es ist doch jedes Mal eine Freude, selbst aus dem Bett zu hüpfen, zugegeben manchmal nicht ganz so frisch wie heute, aber immer mit viel Elan. Auch heute nahm der Morgen seinen üblichen Lauf; im Dunkeln die Treppe bis zur Küche runter, dies ist für mein Tastsinn und Gleichgewicht schon die erste Übung, Licht einschalten mit dem Drücker "Küche" und "Herd"; Blick auf die Stromerzeugung; aus dem Kühlschrank den Butter heraus nehmen; zwei vorbereite Pfannen mit Wasser füllen (Tee- und Kaffeewasser); Abtrockungstücher zusammen legen; Computer einschalten; in den Keller gehen und die vorbereiteten Sachen holen; mit einem Gruass von Jeannine auf dem Korb "schüna guatä Morgà" (erster Aufsteller des Tages); kurz in den Naturkeller, mit Seitenblick auf die Mausefallen, aha, da fehlt doch eine, von der Schnur gerissen und wo ist die jetzt? Taschenlampe holen und unter den Gestellen suchen, ah, die liegt sie eingeklemmt und zugeklappt zwischen zwei Holzgestellen; wieder in der Küche geht's weiter mit Sirup, Butter, zwei Confitüren, drei Brote und Müesli bereit stellen; dazwischen sich immer wieder mit dem Filterkaffee beschäftigen; E-Mails beantworten; die Teebeutel aus dem Hüttentee fischen und den Wärmebehälter in den Schuhraum stellen; und da kommt die erste ganz negative Überraschung; Hunde haben bei uns keinen Zutritt in die Hütte (ua. aus hygienischen Gründen, da eine Schmutzschleuse mit Hundehaaren nicht die ideale Eingangsunterlage ist), denn ein Gast hat NACH unserem zu Bett gehen, seinen Hund doch noch in den Schuhraum geholt, obschon wir ihm schriftlich mitteilten, und dies auch noch einmal bei der Begrüssung untermauerten, dass Hunde eben nicht in die Hütte dürfen. Der Umgang mit Hunden ist auch nicht jedermanns Sache und viele Gäste fühlen sich dadurch gehemmt. Nun - ich habe jetzt noch über eine Stunde Zeit, mir meine Gedanken fertig zu büscheln, wie ich mit dem Hundehalter "verfahren" soll. Der erste Gedanke ist, dass ich ihm den alten "Leifheit" in die Hände drücke und er soll zuerst damit die Schmutzschleuse reinigen und danach noch den Putzkessel und mit diesem kann er dann noch den Schuhraum feucht aufnehmen. 

Nun in der Zwischenzeit sind die ersten Gäste aus der Hütte und laufen in den erwachenden Tag hinein. Ich freue mich für diese zwei jungen Gäste und bin mit meinen Gedanken sofort vierzig Jahre zurück. Ja, jetzt zähle ich bereits auch zu dieser Generation, welche beim zusammen sitzen mit dem Spruch "weisch no, wo mir ....." eine lustige Episode zu erzählen beginne. Das Schöne ist ua. an diesem Gastgeberdasein, dass ich weiss, wie sich unsere Gäste fühlen können und das macht die Arbeit eben vielfach zum Vergnügen, ausser, ja eben, ich muss mir ja noch meine Gedanken betreffend Hundehalter fertig spinnen.

Also, dann bis bald wieder und gnüssed die nächsten zwei Tage. Geht raus in den Wald oder in die Berge. Ihr kommt viel entspannter retour. :-)

Herzliche Morgengrüsse vum Fridli und den noch schlafenden Claudia, Jeannine und Roli, der Gästekoch von heute Abend.

PS: Wir freuen uns auf Euren Besuch - insbesondere, weil wir auch dieses Jahr kurz vor dem 4'000sten Gast stehen: Stand heute 3'930 (da fehlen nur noch 70 Gäste bis Ende Oktober :-) 

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Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

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