3. Oktober - Fridolin

doch eine neue Eiszeit?

Der Herbst lässt durch seine vielfältigen Wiiterungsverhältnisse so manche Spekulation zu.

Und genau heute Morgen war ein kurzer Moment, welcher uns zur Spekulation hinreissen lässt, dass der Calderasgletscher über Nacht unheimlich gewachsen ist und bald wieder den Stand von 1893 erreicht hat. 

Blick zum d'Err Gletscher

Nun - es war nur ein kurzes Träumli - innerhalb weniger Sekunden war der Nebel wieder verschwunden. Wäre das schön, wenn wir wieder einmal vermelden könnten, dass unsere Gletscher wachsen. Aber die Wirklichkeit zeigt uns ein komplett anderes Bild, ist doch, zum Beispiel die mächtige Gletscherhöhle beim d'Agnelgletscher nur noch ein kümmerliches Resthäufchen. Dass die Gletscher schmelzen ist seit Jahren bekannt, aber die Geschwindigkeit macht uns Sorgen. Wir möchten nun aber nicht über Sorgen schreiben, sondern über unsere Freuden. Es ist Herbst und wir haben einmal mehr so viele schöne Begegnungen erleben dürfen, welche unsere Gefühlswelt manchmal an unsere Grenze bringt. Diese Begegnungen lösen so viele Glücksgefühle aus, dass man dann zwischendurch wieder ein paar Stunden für sich alleine braucht. Diese "hole" ich mir bei meinem Amt als "Aussenminister" und Claudia in ihrem Nähstübli. Ohne diese "Auszeiten", wäre es gar nicht möglich, die Gäste so nah an uns heran kommen zu lassen. Aber die Geschichten der einzelnen Gästen sind viel zu spannend, dass wir bereit wären, uns mehr zurück zu ziehen. Und so erfahren wir ua. wie extrem vielfältig die Berufswelt ist. Welche Berufe notwendig sind, damit die ganze Wirtschaft rund läuft, ist unglaublich. Als wir, das war bei uns obligatorisch, zum Berufsberater gehen mussten, und er uns die möglichen Berufe vorstellte, und ich jetzt mit meinem Wissen vergleiche, so komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Natürlich auch, wie sich die Berufswelt vom Handwerk zu den computerunterstützen Maschinen gewandelt hat. Abgesehen davon wie viele sich nur noch am Bildschirm beschäftigen. Auch wir, als Hüttengastgeber, wären ohne PC verloren oder müssten sich auch wieder umstellen.

Umstellen müssen wir uns so oder so jeden Tag, denn jeder Tag bringt uns neue Gesichter und neue Geschichten. Auch das gestrige Gesicht und die Geschichte war spannend und hat unser Wissen wieder erweitert und regt zum Nachdenken über die eigene Geschichte nach.

Ob Euch heute etwas Zeit zum Innehalten und Nachdenken bleibt? Vielleicht nicht gar während der Arbeit, aber dazwischen und am Abend.

Herbstliche Grüsse aus der Traumlandschaft Val Bever/Jenatschhütte.

Fridli, Claudia und Roli, welcher wieder zurück in die Zwischenwelt absteigt und Jeannine, welche noch zwei Tage im Tal weilt.

 

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Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

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