8. Oktober - Fridolin

Hei chu

Gestern Abend kam ich nach all meinen Verpflichtungen im Tal wieder am Abend relativ spät retour.

In Dunkeln von der Alp Val zur Hütte laufen ist immer wieder Speziell. Und nach zwei sehr anstregenden Tagen im Tal, brauche ich diese Zeit um wieder den "Talspeicher" in meinem Hirn zu leeren, oder besser ausgedrückt, etwas in den Hintegrund rücken zu lassen. Wenn ich dann das erste Mal das Licht von der Hütte erblicke, so werden meine Schritte automatisch etwas länger. Und in die Küche eintreten und so viele bekannte Gesichter zusehen. Das geht dann fadengrad ins Herz. Claudia, Jeannine, Roli, Roger, Jachen und Karin. Roli der Ex-Hüttenchef und Gästekoch, Roger der uns in diesem und letzten Jahr je eine Woche lang bei den Bauarbeiten geholfen hat, Jachen unser Jäger und Wildbeobachter und Karin, Ex-Hüttenhilfe und treue Seele. Und dann - nach einer kurzen Retablierungsphase - die Gäste in der Stube begrüssen. So viele bekannte Gesichter, also sitzen sehr viele Wiederholer in der Stube, zu sehen, einfach nur schön. Hier ein Schwätzchen und da ein kurzes Händeschütteln, hier ein längerer Schwatz und da sitzen geblieben, bis Claudia meinte, es sei jetzt aber genug überzogen ;-).

Der gestrige Tag begann auch für mich recht früh mit den letzten Vorbereitungen für die GV der Bivio Sportanlagen AG. Als ich dann aber mit Claudia telefonierte, dass draussen im Brunnen kein Wasser mehr fliesse, so wurde ich natürlich schon stutzig. Könnte es sein, dass das Wasser von der Quellwasser gar schon eingefroren sein könnte? Das wäre in der jetzigen Situation nicht gerade mein grösster Wunsch. Mit ein paar Tipps konnte Claudia das Richtige machen und das Wasser floss wieder wie gewünscht. Was mich aber mehr beunruhigte war, dass sie mir mitteilte, dass die Turbine keine Leistung mehr bringen würde. Nun - es war ein Traumtag angesagt und so liefert die Photovoltaikanlage genügend Strom, um den Tag zu "überleben". Durch die tiefen Temperaturen hätte es auch sein können, dass der Gletscherbach viel weniger Wasser führt und dadurch die neue Bachfassung mit der grossen Zuleitung zuwenig Wasser erhält. Dies war aber nicht so und damit musste das Problem bei der Turbine sein. Dadurch, dass ich immer viel erzähle, was ich an den technischen Anlagen arbeite und von den Problemen erzähle, hat das Alles Claudia super gelöst und so kam noch vor dem Mittag die erlösende Mitteilung, dass vier Düsen mit kleinen Steinchen "bestückt" waren und die Turbine wieder volle Leistung bringe. So war mein Kopf wieder bereit die GV entspannt angehen zu können. Und wir durften 55 Aktionäre begrüssen und alles lief noch besser als erwartet. 

So sitze ich nun wieder am Küchentisch und versuche konzentriert dieses Hüttentagebuch zu schreiben, obschon in der Küche bereits der Abwasch voll im Gange ist und dies mit all unseren lieben Freunden. Also Fridli, die Gespräche ausblenden und ja nicht meinen, dass ich da noch etwas sagen sollte oder hier noch das letzte Wort einwerfen sollte.

Nun freue ich mich sehr auf die kommenden Tage, sollte doch das Wetter sich so entwickeln, dass einem Besuch bei uns gar nichts im Wege stehen sollte. Und wir sind jetzt auch völlig entspannt, haben wir doch ein Etappenziel, die 4'000ste Übernachtung, auch dieses Jahr erzielt. Dazu haben viele von Euch, liebe TagebuchleserInnen, auch beigetragen. Ganz herzlichen Dank. Und - auch die vielen moralischen Unterstützungen, welche wir per E-Mail erhalten, sind nicht ganz unwichtig. Sie verleihen uns immer neue Kräfte und Motivation. Einfach nur schön.

Für Jeannine beginnt die letzte Woche in dieser Sommersaison und diese endet mit dem Vortrag am kommenden Samstag über ihre Organisation in Nepal. Also - packt die Chance nochmals und kommt doch hoch. 

So, nun ist genug in die Tasten gehauen.

Wir wünschen Euch einen schönen Sonntag und hoffen, dass Ihr nicht zu denjenigen zählt, welche wieder einmal mehr im Stau am Gotthard stehen. 

Herzliche Grüsse vum Fridli, dr Claudia und dr Jeannine und der ganzen restlichen "Hüttenbande".

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Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

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