2. Februar - Fridolin

Jetzt geht's los

Heute dürfen wir die ersten Gäste erwarten.

Bevor wir heute Nachmittag die ersten Gäste erwarten dürfen, muss in und um die Hütte noch Einiges geschehen. Aber zuerst noch einmal zurück zu gestern. Da konnet ihr ja den ersten Tagebucheintrag von dieser Wintersaison lesen und schon haben wir die ersten Reaktionen. Sei dies telefonisch (gell Trix) oder per E-Mail (gell Ursi). Dies ist Motivation für uns, doch jeden Tag ein paar Zeilen in die Tasten zu hauen. Wir können ja nur erahnen, dass das Tagebuch von vielen gelesen wird, aber wie VIELE es tatsächlich sind, das wissen wir natürlich nicht. Was wir aber wissen ist, dass sehr viele Gäste, sobald sie wissen, dass sie zu uns kommen, jeden Tag ein Blick ins Hüttentagebuch werfen. Schön, das motiviert sogar mich, mein Zweifingersystem zu optimieren. :-)

Also, Claudia wirft jetzt dann die Teigmaschine an und so ist es vorbei mit der RUHE in der Jenatschhütte. Es sollen ja feine Brote (zwei verschiedene Brote und Zopf) und Kuchen für die kommenden Tage gebacken werden. Wenn man da nicht ein Auge zudrücken kann, wenn es hinter mir so richtig rumpelt... Aber ich muss mich dann beim Schreiben schon etwas mehr konzentrieren und mich nicht ablenken lassen. Aber zum Glück hab ich den Duft noch nicht in der Nase, da der Holzofen noch nicht in Betrieb ist. 

Danach muss die Stube, das ganze Unter- und Obergeschoss, sowie das Treppenhaus noch auf Vordermann gebracht werden. Die Fenster für's Untergeschoss warten auch noch auf Tageslicht, sprich auf die Schneeschaufel, welche sie aus der Dunkelheit erlöst. Ebenso muss die Betonplatte vor dem Winterraum vom Schnee befreit werden, damit die zwei Netze, welche der Helikopter nach dem Mittag einfliegen soll, auf eine saubere Fläche abgesetzt werden können. Und danach - ja dann sind starke Arme gefragt, müssen doch 1.7 Tonnen Esswaren versorgt werden. Das verspricht nebst Muskelarbeit, auch viel Laufarbeit und ja nicht über eine der drei Türschwellen stolpern, welche bei jedem Gang in den Keller überwunden werden müssen. Auch bei diesen -14° Aussentemperatur wird uns dadurch am Nachmittag sicher zwei Stunden lang recht warm werden. Ja, das gehört eben auch zum "Schoggijob" der Hüttengastgeber. Wenn ich mir dann noch vorstelle, dass man all diese Sachen, bis sie im Teller zum Essen bereit sind, nochmals 4 bis 5 mal in die Hände nehmen wird, ja da gehen auch bei mir etliche Tonnen im Laufe einer Saison durch die Hände. Kunststück brauchen die Frauen mehr als eine Tube Handcreme in diesen Wochen. Nicht dass diese meinen Händen Schaden würde, aber dran denken sollte Mann halt auch und hie und da seinen Händen eben auch was Gutes tun. Nicht erst wenn sie rau sind und die ersten schmerzhaften Risse sich bemerkbar machen.

So, jetzt muss ich aber aufhören meine Fingerspitzen zu massieren und mit der richtigen Arbeit anfangen.

Seid herzlich gegrüsst von uns beiden da oben.

Fridli + Claudia

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Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

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