4. Februar - Fridolin

Ganze Palette

Der gestrige Tage brachte für uns das ganze Spektrum des Hüttengastgeberseins.

Angefangen mit Gästen, welche sich nicht gut fühlten und in der Hütte blieben; resp. zwei, welche von der Tour wieder zur Hütte zurückkehrten. Ein Gast blieb fast den ganzen Tag im Doppelzimmer und versuchte der Grippe Herr zu werden. Ein anderer Gast kam zur Hütte zurück, weil er seine Knieschmerzen lindern wollte und der Dritte wollte sich für die heutige Tour schonen. So wurde unser geplanter und eingespielter Tagesablauf ziemlich überworfen. Was machen wir jetzt zuerst, damit die Gäste uns nicht in die frisch geputzten Plattenbeläge im Untergeschoss laufen. Die Stube wird auch schwierig zu kehren, da sie sich zum Lesen und Dösen niedergelassen hatten. Und wann wird in der Küche das Fleisch angebraten und damit das erste Mal wieder der Ventilator in Betrieb genommen? Und saugt er tatsächlich so stark, dass es durch die Fensterritzen zieht? Und wann kommen die ersten Gäste zurück und wir bis dahin mit dem Hüttenwusel fertig sein sollten? Ja - es allen recht zu machen ist dann fast ein Ding der Unmöglichkeit. 

Die ersten Gäste kamen dann tatsächlich früher zurück als geplant und so fiel unsererseits ein ganz kurzer Mittagsnugg aus. Wir mussten uns ganz schön sputen, war doch auch noch die Sauna ab 15.00 Uhr in Betrieb. Dies bedeutet dann schlussendlich, dass einer von uns zu drei Feuerstellen (Stube, Küche und Sauna) schauen muss. Daneben natürlich die Gäste bedienen und Claudia "nebenbei" noch ein feines Nachtessen in die Schüsseln zaubern. Alles schien wunderbar aufzugehen, bis ich merkte, dass ja immer noch 7 Gäste fehlten (2+5). Die Fünfergruppe entsandte einen "Meldeläufer", welcher uns mitteilte, dass sie sich mit der Zeit etwas verschätzt hätten und es knapp zum Nachtessen schaffen werden. Also habe ich, damit sie bei der Ankunft nicht so gehetzt werden, das Essen 'offiziell' etwas nach hinten verschoben. Je nach Essen ist das für die Qualität auch nicht immer so förderlich. Die 2er Gruppe versuchten wir anzurufen, nur bis heute fehlt der Rückruf. Da frag ich mich immer wieder - was denken sich diese Leute bei solchen Aktionen? Reservieren - nicht Erscheinen - neue Masche? Zeiterscheinung? Und dies bei den immer besser werdenden Kommunikationsmöglichkeiten. Oder gerade darum? Nun - der Hüttengastgeber macht sich nicht nur solche Gedanken, sondern muss immer abwägen, ob er nun eine Suchaktion starten soll. Hier muss ich mich auf mein Bauchgefühl, mit vielen Erfahrungen gespickt, also doch noch Kopfsache, verlassen. Und wenn ich mich einmal falsch entscheide, so falsch, dass ich eben doch eine Suchaktion hätte starten sollen? Ja - auch damit müssen wir umgehen. 

Heute Morgen dürfen alle in die frisch verschneite Bergwelt, bei schönem Sonnenschein, aufbrechen. Einmal mehr war die Verabschiedung bei sehr vielen sehr herzlich und mit vielen Komplimenten für Claudia's Essen gespickt. Schön, so in einen Sonntag zu starten. Das gibt doch wieder Kraft für die kommenden Tage, auch wenn wir 'wehmütig' den farbenfrohen Gästen durch die Küchenfenster hinterher schauen.

Euch wünschen wir auch einen so guten Start in den Sonntag und - geniesst ihn, wer weiss was der Montag bringt. 

Herzliche Grüsse vum Fridli + dr Claudia.

<< zurück


Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

081 833 29 29         info@jenatsch-huette.ch

775'350 / 155'675 .