10. Februar - Christian

Mein bisher höchster Job

Heute ist es soweit: ich trete meine neue Arbeitsstelle an. Meine steile Hüttenkarriere führt mich auf die höchste SAC Hütte im Kanton Graubünden.

Von Schmitten im Kanton Freiburg ist es ein weiter Weg bis in die Jenatsch-Hütte. So verlasse ich mein trautes Heim bereits um 5h30 und mache mich auf den Weg in den Kanton Graubünden. Zuerst mit der S-Bahn nach Bern, anschliessend mit dem IC nach Zürich und Chur. Und in Chur heisst es umsteigen in ein Postauto mit einer Rundreise durch den Kanton Graubünden – auf jeden Fall kommt es mir so vor – über Lenzerheide und Tiefencastel auf den Julierpass. Bis kurz vor dem Julierpass begleitet mich ein wolkenloser Himmel und ich freue mich bereits auf einen schönen Aufstieg und eine stiebende Abfahrt zur Hütte. Aber auf dem Julierpass ist dann alles anders: die Bergspitzen sind wolkenverhangen und die Sonne zeigt sich nur noch sporadisch. Später zeigt sich die Sonne gar nicht mehr. Je weiter ich hochkomme, desto mehr verschwimmen Spur, Schnee und Landschaft in einem eintönigen Weiss und die Orientierung wird schwieriger. Die Abfahrt macht dann gar keinen Spass mehr: man weiss nicht mehr ob man fährt oder steht und man sieht kaum mehr eine Spur. Nichts von stiebender Abfahrt durch Pulverschnee, im Schritttempo fahre ich zur Hütte hinunter.  Auf der Abfahrt treffe ich dann auf die «Powernapperin» und den «Chefkoch», sie weisen mir den Weg zur Hütte. Kurz nach 15 Uhr treffe ich auf der Hütte ein und werde von Claudia und Fridli freudig begrüsst. 

Die Pakete mit Schuhen und Kleidern, welche ich an HeliBernina geschickt habe, sind angekommen. Ich packe aus und richte mich ein. Dies wird in den nächsten 3 Monaten mein «daheim» sein. Claudia und Fridli sind ein eingespieltes Team und alles ist perfekt organisiert. Ich erhalte schon am ersten Tag eine Vielzahl von Informationen wo was ist und wie man was macht und was No-Go’s sind. Ich versuche alles in meinem beschränkten «Arbeitsspeicher» zu sichern. Aber morgen wird wohl ein Grossteil schon gelöscht sein und muss wohl nochmals gespeichert werden. Oder aus Sicht Claudia und Fridli: muss nochmals gesagt und erklärt werden. Ich hoffe schon, dass ich ihre Geduld mit erklären nicht zu sehr strapaziere… 

Bei der Z’Vieri-Pause ist das Bezahlen der Rechnung durch die Gäste ein Diskussionsthema. Die Frage ist dabei, wie können Anzahlungen am einfachsten bei den Gästen angefordert werden. Für gewisse Leistungen ist das Einfordern von Anzahlungen einfach sinnvoll. Das Bezahlen der Reservation durch Kreditkarte ist teuer, das Bezahlen mittels e-Banking oder Einzahlungsschein aufwendig. Dabei versuche ich den Hüttengastgebern die neue Bezahlplattform Twint schmackhaft zu machen: diese ist äusserst einfach, für denjenigen der das Geld anfordert, wie denjenigen der bezahlen muss. Somit, wenn die Jenatsch-Hütte für gewisse Buchungen in Zukunft Anzahlungen über Twint anfordert, wäre ich der Schuldige… Fridli will das System jetzt auf jeden Fall testen. 

Beim Zubereiten des Nachtessens und beim Anschliessenden Abräumen und Abwaschen versuche ich mit kleinen Arbeiten zu unterstützen und das System Claudia&Fridli zu verstehen. Um 22h00 ist auch für mich Nachtruhe. Müde aber zufrieden lege ich mich in die Koje. 

Um 7h00 weckt mich der Wecker. Heute ist mein erster richtiger Arbeitstag auf der Jenatsch-Hütte. Die Hütte ist mit 55 Gästen recht gut besucht und es wird entsprechend auch viel Arbeit anfallen. Zudem wird heute auch der Hüttenpraktikant Markus erwartet. Er wird das Hüttenteam in den nächsten 2 Wochen ergänzen. 

Ich grüsse Euch aus der Hüttenküche und freue mich aufs nächste Mal.
Christian mit Claudia & Fridli

 

 

<< zurück


Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

081 833 29 29         info@jenatsch-huette.ch

775'350 / 155'675 .