5. März - Fridolin

Spuren

Es gibt Spuren im Schnee, welche wir sofort zuordnen können.

Und dann es gibt es eben Spuren, bei welchen auch wir Schwierigkeiten haben. Aber davon kurz später. Es gibt die Spuren, welche klar ohne Steighilfen auskommen. Dann gibt es die "Kampfspuren", das sind dann diejenigen, welche so steil als möglich angelegt sind. Dann die breiten Autobahnen, welche auf Schneeschuhe hindeuten. Dann gibt es am Morgen früh spuren in der Spur, welche auf einen Fuchs hindeuten. Dann die Spuren von unseren Vögeln und den Vierbeinern, welche auch im Winter bei uns oben sind. Und dann - ja dann, gibt es eben noch diese Spur im Schnee, oder gar Kunstwerk, bei welchem wir Euch nun fragen, wie es zu Stande kam. 

Wer also kann erraten, was das ist, bekommt von uns einen Jenatschkaffee beim nächsten Besuch offeriert :-).

Heute haben wir Gäste verabschiedet, welche in den den 1 bis 3 Tagen ihre ganz persönlichen Spuren hinterlassen haben. Und dies nicht nur im Schnee. Einerseits war am Samstagabend eine grosse Gruppe Italiener bei uns und nun haben wir Fundsachen, welche wir sonst an drei Wochenenden nicht zusammen bringen. Sogar ein Geldbeutel blieb liegen, ohne dass sich dessen Besitzer bis am Abend gemeldet hat. Andere Gäste wiederum haben ihre persönlichen Spuren im Schnee hinterlassen (besondere Rinne gefahren) und andere hinterliessen bei uns persönlich ihre Spuren. Einmal mehr durften wir erfahren, wie sich die Gäste in den 2 bis 3 Tagen öffneten und es uns und ihnen schwer fiel sich zu verabschieden. 

Und dann gibt es viele unserer Gäste, welche in ihren Job's auch ihre Spuren hinterlassen. Sei dies als Mediziner, Entwicklungsingenieure oder Juristen. Und es gibt nun auch den Fall vom Ex-Raiffeisenbankchef Pierin Vincenz, welcher scheinbar Spuren hinterlässt, welche nicht ganz unseren Gepflogenheiten entsprechen. Waren es aber nicht gerade diese Medien, welche ihn jetzt in Grund und Boden stampfen, resp. froh um jeden Tag sind, an dem sie darüber berichten können, die ihn vorher in den Himmel gehoben haben? Einmal mehr zeigt sich, dass einem schnellen Aufstieg auch ein schneller Fall folgen kann. Wo waren aber vorher all die gescheiten Wirtschaftsexperten, welche auch schön brav hinterher gelaufen sind? Oder wurden die kritischen Stimmen einmal mehr einem falschen Lager zugeordnet? Nun - die ganze Wahrheit werden wir nie erfahren und so wird auch diese Spur, nicht vom Wind, aber von der Zeit verwischt werden.

So hoffen wir, dass unsere Spuren bei Euch im Herzen möglichst lange bleiben und Ihr davon auch heute, Montag, zehren könnt. Mit diesen Spuren soll für Euch die Woche starten und Euch fröhlich machen.

Herzliche Grüsse aus der Jenatschhütte vum Fridli und dr Claudia.

PS: da ich unbedingt vor 09.00 Uhr mit dem Tagebuch draussen sein wollte, hätte ich fast vergessen zu erwähnen, dass wir Christian für die gut drei Wochen bei uns ganz herzlich danken. Es war für uns wieder ein Mosaiksteinchen mehr in unsem Hüttengastgeberdasein. Unser Dank gilt auch den kurzfristig eingesprungenen Hüttenhilfen Orlando und Susanne.

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Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

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