7. Mai - Fridolin

Letzte Woche

Jetzt ist auch für mich die letzte Woche angebrochen.

Und sie beginnt früh und schön, denn auch beim heutigen Morgen trifft der Spruch "Morgenstund hat Gold im Mund" voll zu. Blauer Himmel und die Sonne scheint schon in die Hütte. Darum wieder raus aus der Küche und, während die ersten Gäste bereits die Stube Richtung Piz d'Err verlassen haben, einmal vor die Hütte und die frische Morgenluft tief einatmen. Danach mit dem Laptop wieder in die Stube und sich im Südostecken platzieren und die morgendlichen Gedanken Euch mitteilen. 

Was mich, Stand heute, in dieser Woche noch erwartet, ist ein sehr vielfältiges Programm. Aber - ob's denn genau so zutrifft, das bestimmt meist das Wetter und dessen Propheten. Mein heutiger Tag wird sich, obwohl ich keine Gäste auf den Abend erwarte, etwas in die Länge ziehen, denn die ersten sind, wie bereits erwähnt, unterwegs und die anderen haben einen späteren Zeitpunkt zum Morgenessen gewünscht. Und - wie könnte ich ihnen dies verwehren, denn ich habe ja Zeit und die Gäste Ferien. So habe ich mir vorgenommen die Hütte dann bis zum Mittag wieder so herzurichten, dass ich jederzeit neue Gäste empfangen kann. Noch nicht in jedem Detail, aber so, dass man die Kleinigkeiten erst auf den zweiten Bick sehen würde. Ein Gang zur Bachfassung ist ebenso angesagt, wie einer zur Brunnenstube, um zu kontrollieren, ob die zweite Sommerquelle auch schon Wasser schüttet. Es könnte so langsam aber sicher eintreffen, denn die kleinen Bächlein am Gegenhang hört man, bei dieser Stille, auch schon gehörig plätschern. Das Wasser kann aber noch nicht zur Hütte fliessen, da die Leitung, an gewissen Stellen zwar seit gut einer Woche im Boden ohne Schnee liegt, an anderen Orten aber hat's noch mindestens 1 Meter Schnee. Da bin ich sehr gespannt, ob ich diesen Frühling noch mitbekomme, ob das Wasser bereits bis zur Hütte fliessen wird. Also auch hier eine tägliche Kontrolle. Natürlich - jetzt kann ich mein Amt als Aussenminister wieder so richtig wahrnehmen. ;-)

Sicher werde ich das eine oder andere Klafterscheit in die Hände nehmen, versägen und anschliessend spalten. Ein paar Bananenkisten warten schon darauf, dass sie wieder an die Sonne gestellt werden, damit der Inhalt schön luftgetrocknet wird, bevor er dann im Holzlager für den nächsten Winter versorgt wird. Einmal rund um die Hütte laufen ist auch auf dem Tagesprogramm, denn unter dem aufgetauten Schnee kommt vom Winter doch die eine oder andere Überraschung zu Tage. Was - das kann sich ja jeder selbst ausmalen. Und - Ihr könnt Eurer blühensten Fantasie freien Lauf lassen.

Und was bis am Mittwoch, denn dann sollte, je nach Wetterentwicklung, auch wieder Claudia für die letzten vier Saisontage zu mir hoch kommen, auch nicht zu kurz kommen sollte, - einmal so richtig ausschlafen. Ob ich das noch kann? Auf alle Fälle freue ich mich, dass wir die letzten Saisontage wieder zusammen machen können. 

So - und nun gehe ich ins Obergeschoss, ziehe die Wäsche vom Doppelzimmer ab und stopfe sie in den Schlund der Waschmaschine, denn die nächste wird bald einmal folgen. Aber vorher, ja genau, da trinke ich noch einen feinen Badilatti-Kaffee aus unserer Kolbenmaschine. Und das erst noch vor 9 Uhr. :-)

Also dann, ä guatä Wuchästart Üch allnä.

Herzlicher Gruss vom etwas müden, aber zufriedenen Fridli vu da dobä.

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Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

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