23. August - Karin

Mein Lieblingshobby

Ich schreibe heute in einem ziemlich ruhigen Modus.

Diese Woche beherbergen wir das erste Mal in dieser Saison weniger Gäste. Einerseits sind überall die Sommerferien vorbei, andererseits hat der Wetterbericht unsicheres Wetter vorhergesagt. Aber einen kleinen Geheimtipp: hier im wunderschönen Engadin ist das Wetter meistens schöner als angesagt, darum checkt die Prognosen kurzfristig oder erkundigt euch. Es wäre schade, wenn ihr die tollen Stunden hier oben im Nachhinein missen würdet.

Diese Zeit nutzen wir, um angestaute Arbeiten anzugehen, oder wie es Claudia und Fridli sichtlich verdient haben, einfach ein längeres Mittagsschläfchen zu halten. Langeweile kennen wir nicht und eine Spielrunde mehr am Tag hat noch niemandem geschadet.

Es bleibt auch Zeit die Gäste mehr zu verwöhnen. Und da komm ich auf meinen Titel. Das Kochen und Essen sind meine grossen Leidenschaften. Unsere Natur bietet so viele tolle Lebensmittel. Diese zu verarbeiten und dann an den Gast zu bringen, ist eine so schöne Aufgabe.

Ich wuchs auf einem Bauernhof auf. Ich bin darüber sehr dankbar. Wir hatten immer eigenes Fleisch, mit welchem wir respektvoll umgingen, da wir sahen, was es braucht, bis ein Schwein oder Rind ausgewachsen war. Wir hatten einen riesigen Garten, immer frisches Gemüse und auf den Winter machten wir Früchte und Gemüse ein. Meine Mutter ist eine leidenschaftliche Bäckerin und wir hatten immer Kuchen oder frischen Zopf auf dem Tisch.

Sind wir uns überhaupt bewusst, was für ein Geschenk wir haben, dass unsere Ladenlokale immer vollgestopft sind mit tausenden verschiedenen Esswaren? Dass wir jederzeit die Möglichkeit haben, uns Essen zu besorgen oder sogar nach Hause liefern zu lassen?

Okay - über die Moral der Grossverteiler oder Ketten lässt sich diskutieren. Wenn ihr mich fragt, am ehrlichsten ist es, wenn man unserem wichtigsten Alltagsbedürfnis Zeit, aber auch Investition schenkt. Früher hat man 50 Prozent des Einkommens dem Essen gewidmet, weil es überlebenswichtig war. Heute geben wir noch circa 13 Prozent aus und nerven uns über die regionalen Erdbeeren, welche teurer sind als welche aus Spanien. Habt ihr euch schon gefragt mit welchen Mitteln und unter welchen Bedingungen diese geerntet wurden? Die Grossverteiler verdienen garantiert etwas am Produkt, ansonsten würden diese es nicht vermarkten. Was bleibt da am Bauern, geschweige denn den Erntehelfern?

Ich will euch hier keine Moralpredigt halten, aber bitte nehmt einen Gedanke für den heutigen Tag mit: wenn ihr euch am Wochenende Zeit nehmt, um auf dem Markt oder beim Bauern einzukaufen, entschleunigt ihr euren Alltag, habt den direkten Kontakt mit dem Händler und Produzenten, wisst genau was ihr verarbeitet und seht die Arbeit dahinter viel bewusster.

Mit meinen Hüttengastgebern habe ich zwei Verbündete gefunden, welche mein Hobby teilen. Essen und Kochen. Unsere Gäste kommen nach einer langen Wanderung oder Biketrail bei uns an und verköstigen einen selbstgemachten Kuchen. Am Abend servieren wir Essen, welches definitiv nicht  0 8 15 ist. Überall das passende Kraut, der Geschmack verfeinert und offen die eigene Kreativität und neue Inpulse zu bringen. Klar sind uns Grenzen gesetzt. Aber auch mit kleinem Budget kann man Grosses zaubern.

Und wenn unsere Gäste applaudieren, weil wir zu der Suppe noch ein Pilzcrostini servieren, welche Fridli eine halbe Stunde vorher gesammelt hat, dann schlägt auch unser Herz höher. 

Und auch das Verköstigen von solchen wunderbaren Produkten ist für mich eine wahre Freude. Ich liebe es, mit meinen Liebsten uns am Abend in einem, von vielen tollen und innovativen Restaurants verwöhnen zu lassen. Vom In- Lokal in der Stadt, der Landbeiz, dem Berggasthaus oder einem Grotto, überall wird gezaubert und die Gaumen verwöhnt. Hier kann ich die Seele baumelen lassen und einfach nur Geniessen. Es sind immer wieder unvergessliche Genussmomente. 

Mit diesen Worten wünsche ich euch einen genussvollen Tag. Gerade der anfangende Herbst bringt wieder wahnsinnig viele kulinarische Höhenflüge. Lasst euch inspirieren und nehmt euch Zeit - eure Gesundheit und eure Seele sagen danke.

Und falls ihr keine Lust habt selber zu kochen, kommt schnell 😊 zu uns, wir kochen auch auf 2652 m.ü.M. gerne für euch. Vor allem könnt ihr euch nachher gerade ins Bett legen, also wir haben noch freie Plätze….! 

Kulinarische Grüsse aus der Jenatschküche 

Eure Karin mit Claudia, Fridli und Milena (geniess weiterhin deinen Frei, wir freuen uns wieder auf dich!)

 

 

 

 

 

 

 

 

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Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

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