17. September - Karin

Die Ruhe nach dem Sturm

In der Stube sitzen schon sämtliche Gäste und geniessen das Frühstück.

Es ist definitiv etwas ruhiger als gestern Abend. Die 14 Personen, welche den Weg zur Jenatsch auf sich genommen haben, hatten eine tolle Stimmung und viel zu lachen. Schön, wenn man offen ist und sofort mit allen kommuniziert. Ob jung oder etwas weiser, es verstanden sich alle super und das freut uns besonders.

Heute Morgen spürte man aber, dass einige noch im Schlafmodus stehen, darum ist die Lautstärke ziemlich gering.

Bei uns kehrte gestern ein bisschen Ruhe nach der vollen Hütte ein. Nach dem Wusel schneite Karin, eine ehemalige Hüttenhilfe bei uns ein und ein wenig später verabschiedeten wir Brigitte, welche bei uns schnupperte. Herzlichen Dank für diesen spontanen, tollen Einsatz, es hat sehr viel Spass gemacht.

Wenn bei uns ein wenig Ruhe einkehrt, dann wird bei uns gespielt. Langsam ist unser Spielesortiment ziemlich gross.

Ich erzähle euch einmal kurz, wer welches Lieblingsspiel hat, und welche Maken und Aberglauben da eine Rolle einnehmen.

Claudia liebt das Tschüttelen. Der Töggelikasten ist auch unser Ablenkungsmanöver, wenn wir wegen der vielen Arbeit fast ins Schlafkomma fallen. Nach einem Match könnten wir wieder Bäume ausreissen. Fridli gibt immer Tipps, wie man am Besten schräg ins Tor einlocht und Claudia hämmert einfach rein. Ich bin meistens ein bisschen Randgarnitur, obwohl ich muss erwähnen, das Üben hat mich in gewissen Sachen ebenfalls unberechenbar gemacht. Gestern Nachmittag gabs dann den Jenatschcup zwischen Claudia und Fridli und siehe da… Fridli hat die Favoritin haushoch geschlagen. Kompliment.

A…löchern ist eigentlich unser Hauptspiel. Ein Kartenspiel der jeder, der an den Küchentisch sitzt sofort mitspielen muss. Hier gibt’s meistens ein Keller oder Erststockduell. Entweder unser Gehilfezimmer oder die Chefetage übernimmt jeweils die Präsidentschaft. Claudia glaubt im Übrigen auch an die Sitzordnung. Auf Fridlis Thron soll am meisten gewonnen werden. Ich bin mir dessen nicht sicher. Auf jeden Fall macht es immer «sauviel» Spass es immer und immer wieder zu spielen. 

Neu im Sortiment ist das Ligretto, mein persönliches Lieblingsspiel. Claudia ist ebenfalls auf den Geschmack gekommen, nur Fridli müssen wir noch überzeugen von dem doch sehr hektischen Kartenspiel. Dieses dürfen wir nur spielen, wenn die Muntanellagäste (Doppelzimmer genau unter der Küche)noch nicht schlafen, ansonsten können wir für nichts garantieren. Wir warten aber jetzt noch auf neue Karten, da die jetzigen kleben und alleine dies eine Tortur ist. Also, falls jemand ein kleines Plätzchen frei hat im Rucksack, wir freuen uns auf Nachschub. 

Und dann sind da noch diverse Jassspiele. Blinder, Tschau Sepp etc... Leider sind meine Gewinnchancen immer sehr eingeschränkt. Da ich seit Kindheit mit deutschen Karten spiele und hier oben die Französischen gespielt wird, bin ich klar im Nachteil. Das gebe ich pro Spiel auch mindestens 100 Mal als Bemerkung ab, aber es wird knallhart ignoriert. Wird doch immer sehr strategisch gespielt, da haben meine Emotionen keinen Platz. 

Ihr seht, wir nehmen uns viel Zeit fürs Spielen, was ich persönlich sehr schätze. Es macht unheimlich viel Spass und das Lachen und die Witze dazwischen machen den Hüttenalltag unbeschwerlich und lockern in müden Situationen die Stimmung schnell auf.

So, darum muss ich jetzt vorwärts machen, dass nach dem Znünikaffee noch einen Jass oder ein Tschüttelimatch drinliegt.

Wir wünschen euch einen spielerischen Wochenstart mit kleinen Zeitfenstern zum Abschalten.

Eure Jenatsch- Hüttencrew

Karin mit Claudia und Fridli

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Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

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775'350 / 155'675 .