22. September - Jenatsch-Hüttenmungg

Tagebucheintrag mit Pfiff

Es wurde gemurmelt, dass die Hütte heute einmal mehr voll sein wird und die Hüttencrew wieder in vollem Schuss die anstehenden Arbeiten erledigt. Darum übernehme ich nun den Tagebucheintrag!

Hoi zusammen...

Darf ich mich vorstellen? Ich bin der Hüttenmungg und lebe seit ein paar Jahren in der unterirdischen Höhle, in der Wiese vor der schönen Jenatschhütte. Natürlich wohne ich hier nicht alleine. Neinnein, wir Munggen brauchen ein paar Artgenossen um uns im Winter gegenseitig warm zu geben. So kuscheln wir uns im Winterschlaf zusammen und überstehen so den harten Winteralltag im Schlaf. Wusstet ihr, dass wir in dieser Zeit nur einen Pulsschlag pro Minute haben? 

Wenn die letzten Skitourer die Jenatschhütte verlassen, Fridli und Claudia die Hütte für die kurze Mai- Junipause stilllegen und die Frühlingssonne den Schnee immer mehr schmelzen lässt, dann erwachen wir aus unserem tiefen Schlaf.

Vorsichtig erkunden wir die Natur, geniessen die wärmenden Sonnenstrahlen auf unserem Fell und begutachten, welch gute Figur nach dem Winterschlaf wir machen. So sportlich sehen wir nur kurz aus. Schon bald müssen wir uns wieder unseren zwei Hauptaufgaben widmen. Wir müssen uns vermehren und Fett anfressen. Zwei schöne Nebensachen, da geht’s dann lustig zu und her um die Hütte. 

Und ja, dann kommen auch schon bald wieder diese Wandervögel von allen Seiten. Jedes Jahr, stellen wir fest, sind es mehr. Dieser Wandertourismus, es ist verrückt. Und diese Claudia und dieser Fridli, sie sind ja schon tolle Nachbarn, aber es gibt kein Jahr, wo sie nicht irgendetwas bauen oder renovieren. Also, wir im Munggennaturschutzverein drücken öfters mal ein Auge zu, lassen wir uns doch mit ein paar Rüebliresten oder Gurkenschalen zu schnell bestechen. Aber wir geniessen ja auch diesen Hype um uns Munggen. Kaum sind wir auf der Wiese flippen diese Unterländler fast aus. 

Sobald die Sonne mit voller Wucht vom Morgen bis Abend ins Val Bever scheint, sind wir bereits in den Vorbereitungen für den strengen Winter auf diesen 2'652 Meter über Meer. Fressen, Fressen und nochmals Fressen. Weil wir ja nur von Gräsern und Pflanzen leben, müssen wir diese im Körper zu Fett umwandeln. Das braucht dann einiges. Und schon müssen wir die Höhle winterdicht verkleistern. Mit Gräsern und alles was um die Hütte wächst, sammeln wir eifrig alles im Mund zusammen und büscheln so den Winterschlafraum aus. Ein Schauspiel, welches von diesen Touristen immer genaustens beobachtet wird. 

Hmmmm...hab ich an alles gedacht?...

So, und dann ist Herbst. Habe ich alle Vorbereitungen getroffen? Sind alle Familienmitglieder gut vorbereitet auf den harten, kalten Winter?

Dieses Jahr wurden wir von der Sonne mehr als verwöhnt und hier oben zu leben ist wie der sechser im Lotto. Wir verstehen jeden Gast, der im Sommer, aber auch im Winter, die Auszeit bei uns sucht. Ihr seid auch weiterhin herzlich willkommen. Wir geniessen auch die verschiedenen Töne mit Alphorn, Schwyzerörgeli oder Dudelsack. Nur bitte, dieses Schnarchen von den Schlafräumen in der Nacht, dass könnt ihr euch abgewöhnen. Das gehört nicht in unsere Munggenwelt und Munggen-Oropax wurde leider noch nicht erfunden. 

So, ihr lieben Zweibeiner, ich muss los. Unser Winternest muss noch ganz dicht gemacht werden. Aber stressen lassen wir uns nicht. Der Wettermungg hat mir per Pfiff mitgeteilt, dass die wunderbare Sonne auch die nächste Zeit noch viel zu bietet hat. Also, kommt noch hoch, ihr seid herzlich willkommen. Wir freuen uns mit euch auf einen zauberhaften Herbst bevor wir in den wohlverdienten Winterschlaf gehen und uns von dem Hüttenalltag erholen.

uhhh...bin etwas müde...

Euer Hüttenmungg mit Pfiff und die Hüttencrew mit Karin, Claudia, Fridli und Milena, welche uns Heute besucht.

 

 


Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

081 833 29 29         info@jenatsch-huette.ch

775'350 / 155'675 .