18. Februar - Christian

Moutarde de Bénichon auf der Jenatsch?

Was für ein Chrampf für Claudia: Mit 50 Gästen auf der Hütte gibt es handgemachte (!) Pizzoccheri mit Birnensenf.

Gestern: Am Morgen sieht das Wetter ganz ordentlich aus. Dies dürfte der Grund sein, warum etliche Gäste bereits vor der vereinbarten Frühstückszeit von 7h30 auf das Frühstück warten. Fridli erbarmt sich ihrer und eröffnet das Frühstücksbuffet bereits mehr als 5 Minuten früher. Das Ergebnis ist auch, dass wir das Frühstücksbuffet bereits um 8h15 statt 8h30 abräumen können und mit dem Abwasch beginnen. 

Ein Gast hat sich das Knie verdreht – siehe auch den Tagebucheintrag von gestern. Claudia & Fridli organisieren während den Aufräumarbeiten den Rettungs-Flug. Der Gast hat kaum Zeit, seine 7-Sachen zu packen und schon ist der Helikopter da und der Gast wird ins Spital geflogen. Für die Rega sicher ein einfacher Einsatz, für den Gast, aber auch für uns, schon enorm wertvoll! 

Um 9h00 ist alles aufgeräumt und wir setzen uns zum Kaffee und verteilen die anstehenden Arbeiten. Lange überlegt Claudia, ob sie mit 50 Gästen hausgemachte Pizzoccheri mit Birnensenf machen will. Denn da wird alles von Hand gemacht: sogar die Buchweizenteigwaren werden – und dies während die Gäste die Suppe essen – von Hand ausgewallt, zugeschnitten und gekocht. Quasi gleichzeitig werden die Kartoffeln, das Gemüse, die fertigen Buchweizenteigwaren, der Käse mit der Knoblauchbutter angerichtet und sogleich serviert. Was für ein Chrampf für Claudia. Aber das Ergebnis wird von den Gästen und vom Team in den Himmel gelobt. 

Zu den Pizzoccheri hat Claudia eine Freiburger Spezialität zubereitet: Moutarde de Bénichon. Sie nennt das Ergebnis allerdings «Birnensenf». Schmecken und Aussehen tut es wie Moutarde de Bénichon. Ob das Rezept identisch oder ähnlich ist weiss ich (noch) nicht. Aber sicher ist: dieser Senf schmeckt köstlich und würde auch sehr gut zu einer kalten Platte mit Käse passen. 

Markus, unser Hüttenpraktikant, ist immer wieder rausgegangen und sein Blick ist Richtung Fuorcla d’Agnel geschweift. Und wir haben dann gefragt: Sind sie schon in Sicht? Lange hat er mit ‘nein’ geantwortet. Aber dann strahlt Markus: seine Partnerin Erika mit Tochter und deren Freund sind in Sicht und schon bald sind sie auch auf der Hütte. Wir versuchen Erika das Hüttenleben gluschtig zu machen: so gibt es zuerst ein Willkommensapéro mit kalter Platte. 

Wer die Jenatsch-Hütte schon besucht hat, weiss, dass vor dem Nachtessen das Team vorgestellt wird. Und hier verrät Markus seine geheimsten Wünsche: Er verkündet, dass er Nachfolger von Claudia und Fridli auf der Jenatsch-Hütte werden will. Ob Erika geschockt ist oder erfreut, weiss ich nicht. Aber die Aussicht auf das Hüttenleben hält sie nicht ab uns beim Abwaschen zu helfen. Und ob Fridli sich freut, seinen Nachfolger zu kennen, weiss ich auch (noch) nicht. Und hier stellt sich wohl eher die Frage: kann Fridli loslassen und die Jenatsch-Hütte einem Nachfolger übergeben? 

Nun heisst es aber Gas geben. Ich habe einige freie Tage in Aussicht und wenn wir bis Mittag mit den Aufräumarbeiten fertig sind, kann ich bereits heute abreisen. Somit werdet ihr in den nächsten Tagen nichts von mir hören. Und ich werde wieder zum Leser des Jenatsch-Tagebuches. Ich wünsche dem Team und euch daheim eine gute Zeit. 

Christian mit Claudia, Fridli und Markus

 

 

 

 

 


Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

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